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Rettungsschwimmer fahren zur WM

Abenteuer Adelaide lässt Adrenalin steigen

Stadtlohn. Die Wettkampfschwimmer der DLRG Stadtlohn haben bereits einige Erfolge vorzuweisen. Nun stellen sie sich der ganz großen Herausforderung.

Abenteuer Adelaide lässt Adrenalin steigen

Einige der Wettkampfschwimmer der DLRG-Ortsgruppe Stadtlohn um Wolfgang Hake (7.v.l.) und Trainer Josef Bauer (6.v.l.) nehmen die Herausforderung Weltmeisterschaft für Senioren an. Foto: Schley

Auf Bahn eins herrscht starker Seegang!“ Wolfgang Hake schmunzelt. Während des allgemeinen Badens legen die Schwimmer eine Sondereinheit am Mittwochabend ein. Dies aus gutem Grund: Das Team Wettkampfschwimmen der DLRG-Ortsgruppe Stadtlohn hat die Weltmeisterschaften im Rettungsschwimmen für Senioren im australischen Adelaide im Visier. „Es ist gebucht, es gibt kein Zurück mehr“, berichtet Rita Roth, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit.

Sieben Einzelschwimmer und eine Männermannschaft werden im November das Mekka des Rettungssports anfliegen – im Gedanken ist man jetzt schon dabei – wie die zusätzlichen Trainingseinheiten zeigen. Das Besondere: Die sogenannten Masters-Wettbewerbe für Sportler ab 30 Jahren sind in die offiziellen Weltmeisterschaften integriert.

Zwischen Entspannung und Erwartung

Sprints, Technik- und Ausdauertraining, zusätzlich das separate Mannschaftstraining im Hindernisschwimmen, Puppe schleppen und Flossenschwimmen – das Pensum ist beeindruckend. Aber den Zielen und Ambitionen angemessen. „Wir gehen das alles entspannt an – haben aber auch Erwartungen“, stellt Wolfgang Hake, selbst in Australien dabei, die gesunde Mischung aus Spaß und Ehrgeiz heraus.

Dass das Rettungsschwimmen bis ins hohe Alter betrieben werden kann, das untermauert Else Lammers aus Gelsenkirchen. „Sie ist Deutsche Serienmeisterin in der Altersklasse AK90“, berichtet Rita Roth. Bunt gemischt ist auch die Stadtlohner Truppe. Neben den Senioren ist auch der Zuspruch beim Nachwuchs rege.

Nachwuchsarbeit ohne Wettkampfstreben

„Gerade die Kooperation mit den Kindergärten und Schulen sorgt für eine hohe Schwimmfähigkeit. Da macht vor allem Michaela Hake tolle Arbeit“, so Rita Roth. Damit hole man die Kinder und Jugendlichen an der Basis ab. Das Wettkampfstreben stehe dabei nicht im Mittelpunkt der Trainingsabende, sondern der DLRG-Rettungsgedanke. Wichtig sei eine gewisse Affinität zum Wasser, so Hake.

Neuland wird die WM für die Stadtlohner nicht – 2016 war man schon in Eindhoven dabei. Mit Erfolg: Es gab zwei vierte Plätze – ein vierter Rang wurde allerdings aberkannt. Wegen „falscher“ Badekappen, lacht Hake. Lehrgeld. Das wird nicht wieder passieren. „Power Team Stadtlohn“ prangt auf den knallblauen Kappen, die das Team nun einheitlich trägt. Die Erfahrungen waren nachhaltig: „Neben mir stand auf dem Startblock eine zwei Meter große Kanadierin. Und ich bin ja nicht gerade groß“, lacht Rita Roth.

Schwimmer zahlen die Teilnahme aus eigener Tasche

In Adelaide wird die Stadtlohner eine neue Dimension erreichen – auch die Konkurrenz erwarten sie komplett anders. „Nicht alle, die in Holland dabei waren, werden den weiten Weg antreten. Dafür aber andere“, erklärt Hake. Und er glaubt weiter, dass sich viele Nationen in den Wettbewerben im offenen Meer auspowern. „Dafür können wir auch gar nicht trainieren“, konzentriere man sich auf die Wettkämpfe im Becken.

Während die Deutschen Meisterschaften „Ferienlagercharakter“ böten, sei nun das Maximum an Professionalität zu erwarten. „Das alles ist natürlich kostenintensiv. Wir zahlen das aus eigener Tasche“, erklärt Hake. Womöglich gebe es ja den ein oder anderen Förderer, der dieses Projekt unterstützen möchte: „Wir stellen uns als DLRG gerne ehrenamtlich in den Dienst der Allgemeinheit.“

Kooperation statt Konkurrenzdenken

Auch nach den Wettbewerben werde man natürlich die Chance nutzen, Land und Leute in Australien kennenzulernen. Einige ziehen zur Nordostküste weiter, um unter anderem am Great Barrier Reef zu tauchen. Und: Der Stadtlohnerin Christiane Wagner, die vor einigen Jahren nach Australien ausgewandert ist, wurde ein Besuch versprochen.

Unterdessen neigt sich das Intervalltraining auf Bahn eins dem Ende zu. „Eine tolle Truppe“, sagt Rita Roth – und meint damit nicht nur den eigenen Klub. Ein Beispiel: Als das Hallenbad im vergangenen Jahr lange nicht zu nutzen war, boten die Kollegen in Ahaus und Vreden gleich Hilfe an. Rettungssport sei einfach „unkompliziert“, da muss man „nichts raushängen lassen“, erklärt sie. „Wir haben zwar auch Wettkampfflossen – das war‘s auch“, bringt es Wolfgang Hake auf den Punkt.

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