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Abraham: Boxen für die Titelchance und Pensionskasse

Berlin. Im Herbst seiner Karriere will es Profiboxer Arthur Abraham mit 38 noch einmal wissen. Dem Verlierer seines Kampfes gegen den Dänen Patrick Nielsen droht das Altenteil, der Sieger kann auf eine WM hoffen.

Abraham: Boxen für die Titelchance und Pensionskasse

Arthur Abraham hat sich noch einmal aufgerafft und boxt gegen Patrick Nielsen aus Dänemark. Foto: Martin Schutt

Der Branche geht es nicht gut. Die Zeit der fetten TV-Verträge mit ARD und ZDF sind längst vorbei. Attraktive Kämpfe sind rar, der wenig charismatische Tyron Zeuge ist der einzige Box-Weltmeister, den Deutschland noch zu bieten hat.

Arthur Abraham hat zwar keinen Titel, sein Name hat aber wenigstens noch einen gewissen Klang - auch wenn der kernige Berliner mit armenischen Wurzeln zuletzt vor neun Monaten mit einer deutlichen Niederlage gegen Chris Eubank von sich reden machte.

Jetzt will es der 38 Jahre alte Ex-Weltmeister noch einmal wissen - oder zumindest seine Pensionskasse weiter aufbessern. Der Kampf gegen den elf Jahre jüngeren Dänen Patrick Nielsen am Samstagabend in Offenburg soll ihm im Siegfall eine WM-Chance gegen seinen früheren Bezwinger Gilberto Ramirez aus Mexiko bringen. Bei einer Niederlage droht dagegen das Karriereende. Das gleiche Szenario gilt laut Manager und Promoter Nisse Sauerland auch für Abrahams Stallgefährten Nielsen.

Lange will sich Abraham, der seine WM-Titel der maßgeblichen Verbände IBF und WBO im Mittelgewicht und Supermittelgewicht 16 Mal verteidigte, nicht mehr quälen. „Vielleicht noch zwei bis drei Kämpfe - vor 40 ist Schluss“, hatte er vor dem Fight erklärt.

In seiner Ecke steht in alter Verbundenheit Trainer-Unikum Ulli Wegner. Der sicher nicht immer leicht zu leitende Abraham will seinem Coach den Sieg zum 76. Geburtstag nachträglich schenken. „Dann feiern wir beide“, prophezeite Abraham. Lediglich die Jugend und die unbequeme Rechtstauslage scheinen für den Supermittelgewichtler aus Dänemark zu sprechen, der darauf hofft, dass sein Gegner an einstige Zeiten nicht mehr anknüpfen kann.

Seine Härte, seine Schlagkraft (30 K.o.-Siege in 46 Kämpfen) und seine Erfahrung sprechen für Abraham. Bei seinem letzten Verlust eines relevanten WM-Titels vor zwei Jahren in Las Vegas hatte er allerdings gegen Ramirez keinen nennenswerten Widerstand geleistet.

Mit dem Namen Abraham ist vor allem der WM-Kampf gegen Edison Miranda verbunden, den er 2006 trotz eines gebrochenen Kiefers bezwungen hatte. Wegner lobte damals die besondere Entschlossenheit seines Schützlings, der den schmerzhaften, blutigen Sieg mit einem Krankenhaus-Aufenthalt bezahlte.

Mit der Einstellung „ohne Rücksicht auf Verluste“ will er auch am Samstag gegen Nielsen (zwei Niederlagen in 29 Kämpfen) in den Ring gehen. Bei einer Niederlage müsste sich für Abraham die Fortsetzung der Karriere eigentlich verbieten. Aber die Gesetzte der Branche könnten dagegen sprechen. Schon jetzt wird mit möglichen Kämpfen gegen seine Stallgefährten Zeuge oder Vincent Feigenbutz spekuliert. In jedem Fall würde es vor allem der Kasse Abrahams guttun.

„Ich habe alles erreicht, hätte längst aufhören können, doch ich liebe diesen Sport, möchte noch einmal Weltmeister werden - und dann kann ich aufhören. Dafür muss ich Nielsen schlagen“, sagte der Berliner.

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