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25-Jähriger bedrohte Jugendliche und bekam mit drei Jahren Haft die Quittung dafür

Erpressung

Mehrfache Versuche, Leute mit einem Schraubenzieher zu bedrohen, um Drogen und Bargeld zu erpressen, führten einen 25-jährigen Asylbewerber erst vor das Landgericht. Und demnächst hinter Gitter.

von Klaus Möllers

Ahaus

, 11.07.2018

Drei Jahre und einen Monat Gefängnis hat das Landgericht am Mittwoch als angemessene Strafe für einen 25 Jahre alten Asylbewerber befunden, der zwei Mal Leute in Ahaus aufforderte, Wertsachen herauszugeben und sie dabei mit einem Schraubenzieher bedrohte. In einem Fall waren drei Jugendliche im Schlossgarten Opfer des Mannes, in einem anderen Fall ein 18-Jähriger und dessen ein Jahr jüngere Freundin in der Nähe des Bahnhofs.

Der Angeklagte wurde kurz nach dem Urteilsspruch auf Weisung des Gerichts wegen Fluchtgefahr von Justizwachtmeistern festgenommen und in eine Gewahrsamszelle gebracht, um später dann in eine Justizvollzugsanstalt überstellt zu werden. Zu Beginn der Verhandlung hatte der 25-Jährige eine Beteiligung noch abgestritten, sie später aber größtenteils gestanden.

Marihuana gefordert

Laut Gericht war er im ersten Fall im Juli 2017 abends mit einem Fahrrad unterwegs und forderte im Schlossgarten die 15 und 16 Jahre alten Jungen in aggressiver Art auf, ihm Marihuana auszuhändigen. Wohl in der Annahme, dass sich Jugendliche im Schlossgarten vor allem träfen, um zu kiffen, und die Jugendlichen wahrscheinlich „Gras“ dabei hätten. Dem war aber nicht so.

Als Polizist ausgegeben

Bei dem Vorfall hatte sich der klein gewachsene und schmächtig wirkende Mann als Polizist ausgegeben. Damit das glaubwürdiger wirken sollte, hatte er eine Reihe blauer LED-Lichter an seinem Damenrad angebracht. Die Jungen, die kein Marihuana besaßen, nahmen den „Auftritt“ nicht ernst und fragten nach seinem Polizeiausweis. Daraufhin drohte der Täter mit dem Schraubenzieher und sagte „wenn ihr nicht hört, tut es weh“. Ein Opfer händigte sein Handy aus. Der Täter gab es zurück, als Freunde der Jungen hinzukamen. Das Gericht wertete die Tat als Versuch einer besonders schweren räuberischen Erpressung.

Eine vollendete Tat war der Übergriff auf ein junges Paar, das im September nachts von der Kirmes kam: Dem 18-Jährigen nahm er – wieder mit einem Schraubenzieher als Drohmittel – ein rund 500 Euro teures Handy weg. Der junge Maurer rückte zudem 3,50 Euro heraus, die er noch in der Tasche trug.

Bereits vorbelastet

In die Strafe für den Täter bezog das Gericht ein Urteil des Amtsgerichts Ahaus vom Februar ein: Ebenfalls im September 2017 hatte er am Hessenweg einer Frau die Handtasche vom Gepäckträger geklaut. Das Amtsgericht verhängte seinerzeit in diesem Fall eine Geldstrafe.