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Abtauchen zum neuen Jahr

Ahaus " Platsch-platsch", klingt es aus der Dunkelheit. "Platsch-platsch", jetzt etwas lauter. Einen Augenblick später erhellt der erste kleine Lichtkegel das wogende Schwarz der abendlichen Schlossgräfte. Und eine Stimme ruft von unten "Frohes neues Jahr!"

01.01.2008

Abtauchen zum neuen Jahr

<p>Trotz der brennenden Facheln: Die Schaulustigen mussten schon genau hinsehen, um die schwimmer in der Gräfte auszumachen. MLZ Fotos (5) Lüttich-Gür</p>

Laut schnatternd nimmt sofort eine Gruppe Enten Reißaus. Ausgerechnet an einem Tag, an dem das Thermometer nicht einmal zwei Grad anzeigt, kommt es mehr als 30 Menschen in den Sinn, baden zu gehen - das Federvieh versteht das nicht. Und zahlreiche Schaulustigen, die gegen 19 Uhr am Neujahrstag das dunkle Ufer säumen - dick angezogen und trotzdem noch die Hände reibend - , schütteln ebenfalls den Kopf. "Nein, nie im Leben würde ich da rein steigen", sagt ein Mann, der mit der einen Hand seine Tochter festhält und mit der anderen lachend den vorbei gleitenden Fackelträgern zuwinkt: "Zum Zugucken ist es aber klasse!"

Auch zum Mitmachen, wie Rainer Lückerath, Geschäftsführer des Tauchportclubs Ahaus (TSC), versichert, obwohl er den Sprung ins erfrischende Nass noch vor sich hat. Auch wenn die Eisweste, die der Ahauser über seinem Halbtrocken-Tauchanzug trägt - den Trockentauchanzug, der keinen Tropfen Feuchtigkeit durchlässt, hat er seiner Frau überlassen - etwas kneift. Angesichts der großen Resonanz - sowohl im Wasser als auch am Ufer - ist das halb so schlimm. "Bei der Premiere im vergangenen Jahr waren wir gerade einmal zwölf, und jetzt das", stellt er mit einem zufriedenen Blick durch das Kellergewölbe des Schlosses fest: Neben ihm ziehen sich schon die nächsten um, um ebenfalls feuchtfröhlich und trotzdem nüchtern das Jahr zu beginnen.

Apropos: Wie viel Alkohol war im Spiel, als der TSC die Idee zum Neujahrsschwimmen entwickelt hat? Schließlich ist das Wasser nicht nur kalt, sondern auch weder besonders sauber noch tief. Lückerath schüttelt den Kopf: "Kein Tropfen!" Das Dinkel-Schwimmen vergangener Jahre habe Pate gestanden für den Einfall.

"Platsch-platsch!" Nach 30 Minuten kommt die erste Gruppe zurück. Wie es war? "Muss man erlebt haben", ruft es aus dem Dunkeln. "Aber jetzt erst mal einen Glühwein her!" www.tsc-ahaus.de

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