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Anlieger setzen sich durch - Obstbäume bekommen eine neue Chance

Ratsbeschluss

ASBECK Rund 250 Asbecker Bürger haben den Obstbäumen am Sportplatz eine neue Chance gegeben. Die nutzen die 20 inzwischen radikal beschnittenen Bäume jetzt auch: Sie treiben aus – und wachsen einer von der Fällung nicht mehr bedrohten Zukunft entgegen, wie es der Rat jetzt beschlossen hat.

von Von Sylvia Lüttich-Gür

, 01.04.2010
Anlieger setzen sich durch - Obstbäume bekommen eine neue Chance

Die Obstbäume entlang des Wirtschaftswegs zum Asbecker Sportplatz treiben aus.

Eigentlich war die Zustimmung der Kommunalpolitiker nur noch eine Formsache. Zu dem Zeitpunkt, als die Vertreter aller drei Faktionen ihre Arme hoben für den Erhalt der Bäume, waren diese bereits von einem gelernten Gärtner ehrenamtlich beschnitten worden und hatte der Kreis schon seinen Glückwunsch für so viel bürgerschaftliches Engagement ausgesprochen. Nur ein Ratsmitglied hat die Nein-Karten bei der Abstimmung nach oben gehalten: Ludger Soerte (CDU). „Ich bleibe dabei, die Bäume gehören einfach nicht dorthin“, hielt er an seiner bereits im Wegeausschuss geäußerten Meinung fest. Sigrid Goßling (SPD) und Gerd Heuser (UWG), seine beiden Kollegen aus dem Dreier-Gremium, das den Stein ins Rollen und beinahe die Baumreihe zum Fallen gebracht hat, waren eingelenkt.

„Wir hatten im Wegeausschuss einfach keinen anderen Ausweg gesehen“, blickte Goßling zurück. Schon seit Jahren hätten sich Landwirte immer wieder beklagt über die schräg in den Straßenraum hinein wachsenden Bäume. Mit großen Erntefahrzeugen sei der Weg zum Sportplatz kaum noch passierbar gewesen. „Manche sahen auch die Gefahr, dass die Wurzeln die Straße beschädigen“, ergänzte Maria Pier-Bohne (CDU). „Wir mussten reagieren“, so Goßling. Nicht nur sie zeigte sich erfreut dass es nun eine Alternative zur Fällung gebe, an die weder der Wegeausschuss noch später der Bauausschuss zunächst gedacht habe. Dass die Aktion der Bürger, die im März unentgeltlich zu Säge und Harke gegriffen haben, die erste große Pflegemaßnahme seit Jahren war, hat Andreas Bancken (UWG) festgestellt. „Die Bäume sind über Jahre vernachlässigt worden, sonst wäre es nie so schlimm geworden.“

Möglichst auf ehrenamtlicher Basis, so lautet es im Beschluss des Rates, solle die Baumreihe weiter erhalten und gepflegt werden. Thomas Klöpper, der bereits den rettenden Rückschnitt vorgenommen hat, und seine Frau Elke haben die Debatte um die Bäume im Zuschauerraum verfolgt. Die beiden haben sich angeboten, auch in den nächsten Jahren für die Bäume zu sorgen.