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BI hofft auf 5000 Demonstranten gegen Atomkraft

Interview

AHAUS Zur bevorstehenden Großdemonstration gegen Atomkraft sprach Redakteur Stefan Grothues mit Felix Ruwe, dem Sprecher der Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus".

von Interview von Stefan Grothues

, 22.04.2010
BI hofft auf 5000 Demonstranten gegen Atomkraft

Felix Ruwe kritisiert die Sperung des Bahnhofs.

Die Polizei rechnet mit 2000, wenn es weniger als 3000 wären, wäre ich schon ein wenig enttäuscht - ich hoffe auf 5000. Aus ganz Nordrhein-Westfalen haben sich bereits 60 Sonderbusse angemeldet. Jetzt kommt es darauf an, dass auch viele Ahauser und Münsterländer auf die Straße gehen.

Weil Ahaus mit der ältesten und größten Bürgerinitiative das Zentrum der Anti-Atombewegung in Nordrhein-Westfalen ist. Uns gibt es schon seit 33 Jahren. Zusammen mit den anderen münsterländischen Initiativen sind wir eine starke Truppe. Mittlerweile finden wir verstärkt auch wieder bei jungen Leuten Unterstützung. Wir haben zurzeit rund 320 Mitglieder.

Sie kann ein starkes Zeichen sein. Gerade auch vor der Landtagswahl. Unsere wichtigste Forderung ist der vollständige Ausstieg aus der Kernenergie. Wegen der ungeklärten Entsorgungsfrage fehlt die Rechtsgrundlage für den Betrieb der Atomkraftwerke. Die Endlagersuche muss ergebnisoffen bei Null beginnen. Übrigens wird am Wochenende ja nicht nur in Ahaus demonstriert: Zwischen den Kernkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel soll es eine Menschenkette geben und das AKW Biblis soll umzingelt werden. Bis zu 100 000 Menschen werden gegen die Atomkraft auf die Straße gehen.

Nein, das ist sie auch 24 Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl nicht. Repräsentative Umfragen zeigen, das 65 Prozent der Deutschen für den Ausstieg sind. Bei den Wahlen hat die Frage offensichtlich nicht die entscheidende Rolle gespielt. Vielleicht auch wegen des Versprechens, der Strompreis werde sinken und zusätzliche Gelder in regenerative Energien investiert. Aber das ist Blödsinn - die Energieversorger sind nur ihren Aktionären verpflichtet.

  • Auftaktkundgebung ist am Samstag um 12.30 Uhr am Bahnhof mit Rednern und den Rappern Chaoze One und Lotta C.
  • Danach führt der Demonstrationszug mit Treckerbegleitung über die Bahnhofstraße, Wallstraße, Hindenburgallee und Schorlemerstraße zum Zwischenlager, wo eine weitere Kundgebung mit Musikprogramm stattfindet.
  • Die Schöppinger Straße ist bereits ab 10 wegen des Bühnenaufbaus für den Autoverkehr gesperrt.
  • Ab Freitag, 14 Uhr, wird auf der BI-Wiese am Zwischenlager ein Camp zur Übernachtung angeboten.
  • Die "Volxküche" der BI bittet um Essensspenden - "am besten Fingerfood oder Kuchen sowie Saftpäckchen für die Kinder".
  • Die Spenden können am Samstag ab 10 Uhr am Infostand am Bahnhof abgegeben werden.