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Bitterböser Rosenkrieg

Münster/Ahaus Wahrscheinlich war es irgendwann auch einmal Liebe. Wer die beiden geschiedenen Eheleute aus Ahaus jetzt vor Gericht erlebt hat, kann das jedoch nur schwer glauben.

03.08.2007

Es war ein regelrechter Schlagabtausch, den sich das Paar vor dem Amtsgericht Münster geliefert hat - voller Hass und Verachtung. In der Sache ging es natürlich um das liebe Geld. Der Ex-Ehemann (62) hatte sich in einem früheren Zivilverfahren verpflichtet, seiner Verflossenen (56) nach der Scheidung noch 10 000 Euro zu überweisen. Dieselbe Summe sollte an seine Kinder gehen. Das war Ende 2005. Tatsächlich ist jedoch kein Cent gezahlt worden.

Für die Staatsanwaltschaft Grund genug, den Mann wegen Betruges anzuklagen. Weil er, wie es so schön heißt, von vorneherein nicht die Absicht hatte, das Geld zu bezahlen. Und dafür könnte tatsächlich einiges sprechen. Im Prozess kamen nämlich angebliche Aussagen des 62-Jährigen zur Sprache, in denen er seine Ex-Frau regelrecht bedroht haben soll. Sinngemäß soll es in einem seiner Briefe geheißen haben: "Eher werde ich dich umbringen und in den Knast gehen, als dass ich dir einen Cent bezahlen werde."

Keine Versöhnung

Und auch im Prozess gab es von Versöhnung keine Spur. Der Angeklagte bezeichnete seine Ex-Frau entweder als "gegnerische Partei" oder nannte sie abfällig bei deren Mädchennamen. "Sie hat mich nach Strich und Faden betrogen", echauffierte er sich. Außerdem habe sie während der gemeinsamen Ehezeit nicht einen Cent zum Unterhalt beigesteuert.

Ein Ende des bitterbösen Rosenkrieges ist offenbar noch lange nicht in Sicht. Obwohl der Streit inzwischen allen an die Nerven geht. "Ich kriege keine Ruhe mehr", sagte die 56-Jährige, die inzwischen ins Bergische Land verzogen ist. Gericht und Staatsanwaltschaft machten am Ende wohl das einzig Richtige, um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen: Sie stellten das Strafverfahren ein. So gibt es zumindest in diesem Fall keine Sieger und Verlierer. jh

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