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Brandkrustenpilz befällt Naturdenkmal in Averesch

Rückschnitt nötig

Schon von Weitem sind die großen Linden nordöstlich des Hofes Schulze Buschoff in Averesch westlich von Wessum zu sehen. Doch die Bäume sind krank und müssen zurückgeschnitten werden. Das hat am Dienstag der Kreis Borken mitgeteilt.

WESSUM

, 10.01.2017
Brandkrustenpilz befällt Naturdenkmal in Averesch

Der Brandkrustenpilz hat die Lindengruppe am Bildstock in Averesch befallen. Wie der Kreis mitteilt, müssen die Bäume zurückgeschnitten werden, weil sie zumindest zum Teil nicht mehr standsicher sind.

Die vier Bäume, von denen zwei einen außerordentlich stattlichen Umfang aufweisen und 1996 sogar als Naturdenkmal ausgewiesen wurden, sind vom Brandkrustenpilz befallen. Sie bilden ein eigenständiges Ensemble um den dortigen Bildstock - dem Hörensagen nach war dort früher auch ein heimlicher Treffpunkt für Verliebte - doch sie seien nicht mehr standfest. "Und die Sicherheit muss dann einfach vorgehen", erklärte Kreispressesprecher Karlheinz Gördes am Dienstag auf Nachfrage unserer Zeitung.

Bei der turnusmäßigen Kontrolle der Linden sei nun neben diversen Höhlungen und Morschungen leider erstmalig der Brandkrustenpilz festgestellt worden, teilt der Kreis Borken mit. Ein Gutachten habe bestätigt, dass der östliche Baum durch die Ausbreitung des Pilzes im gesamten Innenraum nicht mehr stabil ist. "Es tut uns in der Seele weh, aber der Rückschnitt muss sein", so Gördes weiter.

Volumen reduzieren

Um einen unkontrollierten Ausbruch der Krone zu verhindern, sei es erforderlich, das Volumen durch einen vollständigen Rückschnitt zu reduzieren. Da es sich um einen ökologisch wertvollen Höhlenbaum handelt, soll allerdings der Stamm noch einige Jahre erhalten werden. Bei der westlichen Linde tritt der Pilz bisher erst an einer Stelle außen auf der Rinde auf. Die Standsicherheit sei demnach noch gegeben.

Weil aber nach dem Rückschnitt des Nachbarbaumes die Linde freisteht, ist zur Vermeidung von unkontrollierten Astausbrüchen bei Sturm auch hier ein Entlastungsschnitt notwendig. Beide Maßnahmen werden in der Zeit von Mitte Januar bis Anfang Februar von der Firma Stöteler Baumdienst Ahaus durchgeführt.

Über 250 Jahre alt

Die Linden sind über 250 Jahre alt und werden seit der Ausweisung als Naturdenkmal zwei Mal im Jahr vom Kreis Borken kontrolliert. Bei Bedarf erfolgten dann Pflegearbeiten an den Bäumen, oder es werden bestehende Sicherungen ausgetauscht. Bereits seit 1351 sind in dem Areal Linden belegt. In einer Verkaufsurkunde aus jenem Jahr heißt es: "uppe den esche to Wesum by den hohen Linden".

Ein Ortstermin wurde für Anfang der Woche angekündigt. Wieviel von den Bäumen stehen bleibt, war am Dienstag nicht zu erfahren. Nur soviel: "Es wird ein möglichst moderater Rückschnitt", so Gördes.

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