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Der ärztliche Notdienst soll auslaufen

Ratssitzung

VREDEN Die Planungen stehen: Ab Februar 2011 soll es keinen ärztlichen Notdienst mehr in Vreden geben. Vredener Patienten sollen dann mittwochnachmittags, samstags und sonntags nach Ahaus, Borken oder Gronau zu den dortigen Notfallpraxen fahren.

von Von Anne Winter-Weckenbrock

, 22.04.2010
Der ärztliche Notdienst soll auslaufen

Nach Meinung von Experten werden viele Kinder zu voreilig mit medizinischen Mitteln behandelt.

Diese Information, die er aktuell in einem Telefonat mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in Dortmund erhalten hatte, teilte Erster Beigeordneter Bernd Kemper dem Rat am Mittwoch mit. Auch wenn die neue Notfallpraxis-Regelung im Land NRW keine Neuigkeit war – einfach so hinnehmen wollten die Ratsmitglieder die neue Struktur auch nicht. Vor allem die Kompromisslosigkeit, die die KV dem Beigeordneten gegenüber hatte durchblicken lassen: Unterschriftenaktionen und ähnliches gegen die Entscheidung habe keinen Zweck. Und: Die Vredener Ärzte könnten am Wochenende Notdienst machen. Aber bezahlt würden sie dafür nicht, hieß es.

Denn aus einem Telefonat mit Dr. Jutta Tausendfreude hatte Kemper erfahren, dass die Vredener Hausärzte die Neuregelung skeptisch sehen und durchaus bereit seien, den Notdienst wie bisher zu organisieren. „Ich würde das zu einem politischen Thema machen“, schlug Gerd Welper (Grüne) vor, „und den Federstrich von der KV nicht einfach so hinnehmen“. Die ärztliche Versorgung in den ländlichen Kommunen sei ein sehr komplexes Thema – da pflichteten die Ratsmitglieder Bernhard Tenhumberg (CDU) bei. Es gelte, in die Tiefe zu gehen. Thomas Funke (SPD) sprach sich auch deshalb dafür aus, im Fachausschuss das Thema intensiv zu beraten: „Es sind noch zehn Monate, vielleicht finden wir eine vernünftige Lösung“. Vertreter der Ärzteschaft und auch der Kassenärztlichen Vereinigung sollten zur Sitzung des Sozialausschusses eingeladen werden, wurde der Verwaltung mit auf den Weg gegeben.

Die Grünen hatten die Notdienst-Versorgung per Antrag auf die Tagesordnung gebracht. Ebenfalls Thema war die allgemeine Versorgung mit Hausärzten in Vreden. „Ganz akuter Bedarf besteht hier nicht, aber wir sollten das Thema angehen“, verwies der Erste Beigeordnete auf eine Liste von Gemeinden, die „gefährdet“ sind: Dort befindet sich Vreden von 60 Kommunen auf Platz 35.