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Die Delfine warten schon auf Tim

Spendenziel erreicht

Eine Delfintherapie auf Curaçao für den achtjährigen Tim ist der größte Wunsch von Familie Gesing. Dieser Traum kann nun endlich in Erfüllung gehen.

Ottenstein

21.02.2018
Die Delfine warten schon auf Tim

Der achtjährige Tim Gesing bekommt endlich eine Delfintherapie auf Curacao. © Anna-Lena Haget

Zwei Delfine schwimmen durch die aquamarinblaue See. Über den majestätischen Meeressäugern schlagen die Wellen zusammen, als sie unter die Wasseroberfläche abtauchen. „Guck mal!“ ruft der kleine Tim begeistert. Noch filmmern diese Bilder lediglich auf dem Fernsehschirm durch das Wohnzimmer von Familie Gesing.

Aber bald schon bekommt Tim die Gelegenheit, selbst Bekanntschaft mit echten Delfinen zu machen. „Am 11. Mai um 4 Uhr morgens geht es von hier aus los. Wir fliegen von Amsterdam“, berichtet Mutter Silke Gesing stolz.

Viel Unterstützung

Dass ihr achtjähriger Sohn endlich seine Delfintherapie beginnen kann, ist das Werk vieler helfender Hände. „Wir haben so viel Unterstützung bekommen, da war ich echt sprachlos“, sagt die Ottensteinerin gerührt. Während der sechs Monate seit dem ersten Spendenaufruf hat besonders Tims Tante Anita Jansen die Familie unterstützt. Auch der Alstätter Stammtisch „Schapp-Fulls“ und Andrea Hessel seien immer für die Gesings da gewesen, freut sich die 40-Jährige.

In Ottenstein und darüber hinaus haben noch zahlreiche Menschen mehr dazu beigetragen, dass sich für den Achtjährigen der Traum von einer Delfintherapie erfüllt. „Das sind eigentlich wildfremde Leute. Das war schon der Wahnsinn, da hätten wir nie mit gerechnet“, staunt Silke Gesing. Und die Spender waren teils sehr kreativ.

Promikellnern

Eine Zumba-Party zugunsten von Tim, eine Lichtblicke-Party mit Promikellnern oder der Verkauf von selbstgebastelten Türkränzen – dies sind nur einige Beispiele von Spendenaktion. Sogar ganze Firmenbelegschaften haben sich beteiligt, indem sie ihre Kaffeekasse, flaschenweise Eierlikör zum Verkauf gespendet oder bei einem Volkslauf Geld gesammelt haben.

Auch auf Weihnachtsmärkten in der Gegend und bei der Alstätter Sternennacht kamen Spenden zusammen. Besonders rührend war die Unterstützung aus den Reihen von Tims Sportverein, dem FC Ottenstein. Seine Fußballkumpels und sogar fremde Mannschaften spendeten etwas von ihrem Taschengeld. Oft war es aber auch einfach nur ein klappernder Briefkastenschlitz. „Wir haben bestimmt 20 bis 25 Umschläge mit anonymen Spenden bekommen, die einfach in unserem Briefkasten lagen“, meint die Mutter von drei Kindern.

Kein Entspannungsurlaub

Jetzt ist das Ziel erreicht, das die Familie sich gesetzt hatte. Mit Unterstützung der Organisation Dolphin Aid aus Düsseldorf geht es für 17 Tage auf die niederländische Karibikinsel Curaçao. Dass das kein Entspannungsurlaub wird, ist Silke Gesing klar: „Neben dem Delfinschwimmen hat Tim auch jeden Tag Ergotherapie und Logopädie“. Die Familie hofft, dass der Drittklässler, der große Probleme mit dem Lesen und außerdem eine Entwicklungsverzögerung und eine Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktiv-Störung (ADHS) hat, die Therapie gut annimmt.

Tim findet es einfach gut, dass er bald mit seinen Eltern und Schwester Lena nach Curaçao fliegt. Er weiß schon genau, was er dort als erstes tun will und zeigt stolz seine brandneue Unterwasserkamera. „Damit mache ich zehn Fotos. Oder sogar noch mehr!“ ruft der Junge. Den Therapiedelfinen möchte er am liebsten die Flosse geben und den Moment fotografisch festhalten.

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