Zuschauer haben entschieden

Die „Young Voices“ aus Alstätte sind der beste Chor im Westen

Die 90 Frauen aus Alstätte setzten sicham Freitagabend beim Wettbewerb des WDR im Finale unter den fünf letzten Chören durch. Über 100 mitgereiste Fans aus Alstätte waren live dabei.

Die „Young Voices“ aus Alstätte sind der beste Chor im Westen

Freude pur: Der Chor „Young Voices“ aus Alstätte siegte beim Wettbewerb Der beste Chor im Westen WDR Köln 2017.

Sie kreischen, springen, singen, lachen, weinen – und sind vor allem eines: überwältigt. Als die Frauen die Trophäe in die Kamera strecken, steht es direkt vor ihren Augen in Weiß auf Glas geschrieben: „Der beste Chor im Westen.“ Das sind sie. Die Young Voices aus Alstätte.

So hatten es die Zuschauer entschieden. Sie gaben den Alstätter Sängerinnen beim Finale des WDR-Wettbewerbs am Freitagabend knapp über 29 Prozent der Stimmen und hievten sie damit auf den ersten Platz. Dicht dahinter landete der Jazzchor der Uni Bonn mit nicht einmal zwei Prozentpunkten weniger.

Nach der Verleihung taumelt Martraud Leeners von Umarmung zu Umarmung. Tränen laufen der Chorleiterin über die Wangen, vor Freude wie Erleichterung. Der Wettbewerb hat an den Kräften gezehrt, nicht nur bei der Chorleiterin, sondern auch bei den restlichen 90 Sängerinnen. Das Ensemble kämpfte sich von Auftritt zu Auftritt, über den Vorentscheid in Bielefeld bis in die Live-Shows ins WDR-Fernsehen.

Fans machten Stimmung

Martraud Leeners kann noch immer nicht ganz fassen, was eben passiert ist: „Der Chor der Uni Bonn war so gut. Aber die Zuschauer wollten es anders“, sagt sie. Der nächste Gratulant steht da schon neben ihr. „Das ist Alstätte“, ruft eine der Sängerinnen in die Runde und klatscht. Draußen warten da schon die Busse auf die mitgereisten Fans. Schon am Mittag hatten die sich damit auf nach Köln gemacht, über 100 Young-Voices-Fans füllten schließlich einen Großteil der Tribüne in dem WDR-Studio aus. Und die machten Stimmung.

Doch zunächst einmal hieß es für die Alstätter warten. Sie traten als letzter der fünf Chöre vor die Zuschauer – und die anderen Sängerinnen und Sänger machten es ihnen nicht gerade leicht. Sie legten beeindruckende Auftritte hin und heimsten ordentlich Lob von der Jury ein. Doch auch die Alstätterinnen zogen die Blicke auf sich. Mit schwarzen Oberteilen und rot lackierten Nägeln liefen sie ein, stellten sich auf, senkten die Blicke – und legten mit „Simply the best“ richtig los. Jurymitglied Rolf Schmitz-Malburg hob später die Sympathie des Chors hervor, sagte jedoch auch: „Ich hätte es mir vielschichtiger im Arrangement gewünscht.“ Dem stimmten auch seine Jury-Kolleginnen zu.

Doch trotz der Kritik machten die Frauen powervoll weiter. Denn sie waren direkt noch einmal dran, dieses Mal mit „All I want for Christmas is You“ von Mariah Carey. Die Solistin Vanessa Ibing bekam dabei viel Lob aus der Jury, und Giovanni Zarrella ließ es sich nicht nehmen, noch einmal die „Energie und Power“ der Damen zu loben.

10.000 Euro Preisgeld

Und dann hieß es noch einmal rund eine Stunde warten, bis Moderator Marco Schreyl schließlich den goldenen Umschlag öffnete – und die frohe Botschaft verkündete. Neben dem Preisgeld von 10.000 Euro wartet auf Young Voices nun ein Auftritt in der Kölner Philharmonie am 22. Dezember beim Mitsingkonzert des WDR-Rundfunkchors. Eigentlich. Denn den Auftritt in der Philharmonie traten die Alstätterinnen an den zweitplatzierten Chor aus Bonn ab.

Am Freitagabend gab es für die Frauen erst noch einmal den ein oder anderen Sekt. Wie es dann weiter ging? „Wir sehen uns in Alstätte“, hieß es nur immer wieder von den Sängerinnen zu ihren Fans. Als der Chor-Bus spät in der Nacht mit Polizei-Eskorte ankam, wartete schon ein freudetrunkenes Empfangskomitee. Da wird an diesem Wochenende wohl noch ordentlich gefeiert.