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Eine Ahauserin bemalt Seide für die Liturgie

Priestergewand

AHAUS Am Anfang ist der Bleistift. Und der Skizzenblock. Am Ende die bemalte Seide - und dieses unglaublich helle Licht. Es strahlt warm, fast farblos aus dem kostbaren Stoff vorne am Altar, leuchtet weit in den Kirchenraum und dringt manchem Gottesdienstbesucher bis in die Seele. Claudia Brunke-Gregory fertigt Priester-Gewänder, die mehr sind als nur Kleidungsstücke.

von Von Sylvia Lüttich-Gür

, 01.04.2010
Eine Ahauserin bemalt Seide für die Liturgie

Bei der Arbeit: Claudia Brunke-Gregory.

Ob für die Gewänder und Stolen der Pastoren oder für die Behänge von Altar und Ambo: Textilien finden vielfach Einsatz in der christlichen Liturgie, sowohl in der katholischen als auch - wenn auch etwas bescheidener - in der evangelischen Kirche. Der Name Stoffs aus dem Verkündigung ist: Paramente.

Sie sind so alt wie die christliche Tradition. "Und schnelllebige Moden gibt es nicht", weiß Thomas Schmitt, der in Köln das Fachgeschäft "schmitt-paramente/Polykarp Reuss" führt und Geistliche in ganz Europa für ihr Amt anzieht. Neben seinen eigenen Kreationen führt er auch Gewänder "made in Ahaus" - entworfen und gemalt von Claudia Brunke-Gregory. Kunden aus Süddeutschland "Was sie macht, ist wirklich Kunst", kommt der gelernte Herren und Kostümschneider ins Schwärmen. Das sehen auch seine Kunden so. Gerade die aus Süddeutschland liebten ihre detailgenauen Motive.

Zum Beispiel das des wahren Weinstocks. Tiefgrünes Weinlaub liegt auf dem Arbeitstisch. Claudia Brunke-Gregory hat sich tief vorgebeugt, lässt den Blick wandern - von dem Blatt aus ihrem Garten zu dem auf dem Stoff - und zieht mit dem feinen Pinsel jede Blattrippe nach. 1,65 mal 1,39 Meter großer Stoff Ein Detail nur auf dem 1,65 mal 1,39 Meter großen Stoff, den in wenigen Monaten ein angehender Priester zu seiner Primizfeier tragen wird. Da sind noch die Trauben, die Ranken und der Stamm, aus dem der gekreuzigte Christus verwandelt leuchtet - in diesem unglaublichen Licht.