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Entscheidung über Discounter in Ottenstein fällt im Juni

Nahversorgung

OTTENSTEIN Im Ziel waren sich im Rat alle einig: Ottenstein braucht einen zweiten Lebensmittelmarkt. Dennoch entspann sich eine heiße Debatte um die Frage, wo und wie ein Discounter in Ottenstein ermöglicht werden kann. Am Ende beauftragte der Rat mit den Stimmen von CDU, SPD und UWG die Verwaltung, zu prüfen, ob und wie der im Einzelhandelsgutachten festgeschriebene Nahversorgungsbereich erweitert werden kann. In der Ratssitzung am 25. Juni soll eine Entscheidung fallen.

von Stefan Grothues

, 27.05.2009
Entscheidung über Discounter in Ottenstein fällt im Juni

<p>Auf dem Gelände der Fleischerei Decker (ehemalige Molkerei) an der Textilstraße wollen Michael und Bernhard Decker einen Discounter errichten.

FDP und Grüne hatten das Thema erneut auf die Tagesordnung gebracht. Sie traten für eine sofortige des Nahversorungsbereichs auf das Areal Decker an der Textilstraße ein, um den dort beabsichtigten Bau eines Discounters zu ermöglichen.

"Wahlpalaver"

In der Begründung ihres gemeinsamen Antrags hatten der FDP-Fraktionsvorsitzende Andreas Beckers und der Grünen-Fraktionsvorsitzende Dietmar Eisele schweres Geschütz aufgefahren: Von "Wortbruch", "Willkür" und "Wirtschaftsverhinderung" war die Rede. Und Eisele drängte gar mit folgenden Worten zur Eile: "Wer nicht handelt, kann vor Gott und der Bevölkerung nicht bestehen." Dafür handelten sie sich von Ferdy Tübing (CDU) den Vorwurf des "Wahlkampfpalavers" und von Dieter Homann (UWG) den der "Polemik" ein. Beflügelt wurde die Diskussion durch die rund 1000 Unterschriften, die Michael und Bernhard Decker für ihr Vorhaben gesammelt haben, nachdem der Rat im September 2008 ihre Bauvoranfrage für ein Jahr zurückgestellt hatte, damit die Verträglichkeit des Standortes untersucht werden kann.

Sorgen ums Zentrum

Der liegt nämlich außerhalb des 2006 im Einzelhandelskonzept festgelegten Nahversorgungsbereichs. Die Befürchtung, die dahinter steht und die auch von der IHK und der Bezirksregierung geteilt wird: Ein Discounter in Randlage könnte die Dorfmitte veröden lassen. "Wir waren nie gegen einen neuen Markt", betonte Ottensteins Ortsvorsteher Bernhard Schnell (CDU). Es gehe vielmehr um eine sorgfältige Prüfung. Auch Alfons Gerick (SPD) betonte, dass sich seine Fraktion schon frühzeitig für den Discounter stark gemacht habe. Bürgermeister Felix Büter mahnte ein rechtlich klares Vorgehen an. "Wir können das 2006 einstimmig beschlossene Einzelhandelskonzept nicht willkürlich ändern." Aus diesem Grund sollen nun in die Prüfung auch mehrere Alternativstandorte an der Textilstraße sowie "Am Dohl" und "Im Hagen" untersucht werden.

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