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Fernost nahe gebracht

Ottenstein China aus erster Hand - das wollten sich 50 Ottensteiner nicht entgehen lassen. Daniela Uhling aus Ottenstein hat das Reich der Mitte in einem halbjährigen Praxissemester in Shanghai kennengelernt und berichtete nun in einer KAB-Veranstaltung in Wort und Bild über ein in vielerlei Hinsicht fremdes Land.

17.10.2007

Zum Beispiel über die Gestaltung des eigenen Grabsteines, die in China eine höchstpersönliche Aufgabe des Familienoberhauptes ist. Nur noch das Datum seines Todestages und seiner Frau sowie eine neue Farbgebung der Textzeichen (Rot = Tod) bleiben dem Steinmetz für später vorbehalten.

Die junge Maschinenbauingenieurin aus Ottenstein, die inzwischen ihr Studium abgeschlossen hat, hob den eng zusammenhaltenden Familienbund der chinesischen Familie hervor, die nach wie vor die "Ein-Kind-Idee" von Staats wegen praktizieren soll, um keine Nachteile im beruflichen und sozialen Umfeld befürchten zu müssen. Die chinesische Arbeiterfamilie sei aus Armutsgründen auf das Einkommen beider Elternteile angewiesen, während der alte Mensch in China eine große Hochachtung über sein Lebenswerk erfahre. Aber auch ein Ingenieur könne mit umgerechnet 600 Euro im Monat "keine großen Sprünge machen".

Daniela Uhling berichtete über die Umweltprobleme am Beispiel der Stadt Shanghai und Umgebung: "Tagtäglich hängt über der Stadt eine Dunstglocke, die vom kaum geregelten Straßenverkehr und von den ungefilterten Schornsteinen der Industriebetriebe stammt." Shanghai werde auf der einen Seite bebaut mit pompösen Hochhäusern und Grünanlagen, auf der anderen Straßenseite sei bittere Armut der Menschen in den Baracken zu erkennen. Mit Transportdiensten auf dem Fahrrad mit Anhänger oder Dreiräder bemühten sich vielfach die Menschen in den Ballungsgebieten um ihr Einkommen, während auf dem Lande Reisanbau und Landwirtschaft die bescheidene Existenzgrundlage darstelle.

Großes Lob spendet Daniela hling den chinesischen Menschen in ihrer Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit. Die ohnehin schon stets lächelnden Chinesen müssten derzeitig an jeder Ecke Benimmregeln lesen, wie zum Beispiel: "Don't spit" - "Spucken verboten". Dieser staatlich verordnete Eingriff in chinesische Gewohnheiten sei vor dem Hintergrund der Olympischen Spiele in China im Jahre 2008 zu sehen.

Die Öffnung des Landes sei unverkennbar, da die reiche, Jahrtausende alte Kultur, angereichert mit idyllischen Landschaften und chinesischer Mauer Anreize für die Tourismusbranche seien - "wenngleich die kulinarischen Vorstellungen der Chinesen unseren westlichen Standards nur ganz bedingt entsprechen", so Daniela Uhling. be

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