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Frauen aus sieben Ländern treffen sich und förden Mehrsprachigkeit

Projekt "Rucksack"

VREDEN Zwölf Mütter aus sieben Ländern treffen sich einmal wöchentlich im Pfarrheim St. Georg. Dabei werden Themen bearbeitet, die der Erfahrungswelt der Kinder und dem Kindergartenalltag entsprechen. "Rucksack" heißt dieses Projekt zur Sprachförderung und Elternbildung.

von Von Anne Winter-Weckenbrock

, 16.04.2010
Frauen aus sieben Ländern treffen sich und förden Mehrsprachigkeit

Markus Thesing, Regionaldirektor der Sparkasse Westmünsterland in Vreden, überbrachte am Donnerstag beim wöchentlichen Treff einen Scheck über 2000 Euro für die Finanzierung des Projekts.

"Die Rucksack-Gruppe ist ein Ort kultureller Begegnung, wir freuen uns über diese Möglichkeit", bilanziert Carmen Esposito-Stumberger. Sie ist in dem Projekt, das vom Arbeitskreis "Netzwerk für Migrantinnen in Vreden" angestoßen wurde, die Elternbegleiterin. Als Kursleiterin der VHS, die bereits in Solingen mit diesem Projekt Erfahrungen gesammelt hat, trifft sie sich seit November 2009 mit den Frauen, deren Muttersprachen Türkisch, Kurdisch, Arabisch, Albanisch, Spanisch, Portugiesisch und Aramäisch sind. Auch die Fachkraft für Sprachförderung der Familienzentren Sterntaler und MultiFaz ist bei den Treffen dabei.

Beschäftigen mit Kinderbüchern "Wir beschäftigen uns über das Arbeitsmaterial des Projekts hinaus insbesondere mit Kinderbüchern, um die Mütter an das Vorlesen und das gemeinsame Lesen mit ihren Kindern heran zu führen. Darüber hinaus werden die Darstellungen in den Büchern oder die Texte als Sprechanlässe erkannt und genutzt", beschreibt Carmen Esposito-Stumberger und betont: "In der Erstsprache sind die Mütter die Expertinnen." Denn die Mehrsprachigkeit der Kinder wird als Schlüsselqualifikation anerkannt und die Erstsprache dementsprechend gefördert - denn diese sei die Voraussetzung für die Zweitsprache. Für den Projektzeitraum von neun Monaten fördern die Mütter ihre vier bis sechs Jahre alten Kinder wochentags gezielt in der Muttersprache - und in den Kindergärten wird zeitgleich eine deutschsprachige Förderung zu den von den Müttern bearbeiteten Themen durchgeführt.

Projekt aus den Niederlanden Die Idee für dieses "Rucksackprojekt" kommt aus dem Nachbarland Niederlande. Dort wird es seit langem erfolgreich umgesetzt. Die Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA) hat dieses Programm zur Elternbildung und Sprachförderung als methodisches Vorbild für die Praxis in Deutschland genutzt. Der Grundstein für eine erfolgreiche schulische Laufbahn von Zuwandererkindern soll damit gelegt werden, die Erziehungskompetenz der Mütter gestärkt und auch das Selbstwertgefühl der zugewanderten Mütter und ihrer Kinder.