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Freiwillige Helfer in der Heide im Dienste der Natur

Menschen übernehmen Aufgaben von Schafen

Zwei Länder und eine Natur: Gemeinsam übernahmen viele Helfer in der Heidelandschaft eine Aufgabe, die früher von Schafen erfüllt wurde. Aber nicht mit Sägen und Scheren wie die Menschen.

Ahaus

von Von Stefan Hubbeling

, 18.02.2018
Freiwillige Helfer in der Heide im Dienste der Natur

Mit Handsägen und Heckenscheren wurden die für die Heidelandschaft schädlichen Kiefern entfernt. Viele Freiwillige halfen mit.

So, jetzt können wir loslegen. Alle Helfer sind da“, sagte Erik Rolevink, voller Tatendrang, als er die vielen freiwilligen Bürger aus der deutsch-niederländischen Grenzregion sah.

Gut 40 Freiwillige halfen am Samstagmorgen ehrenamtlich, die Heidelandschaft im Buurserzand, nahe beim Friedhof am Waarveldweg, von den pflanzlichen Schädlingen zu befreien. „Mit solch einer Resonanz haben wir nicht gerechnet“, erklärte Christoph Rückriem, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Biostation Zwillbrock.

Eigentlich war die Aktion im Witte Venn geplant. „Aber es wurde dort ein brütendes Kranichpaar gesichtet, welches wir natürlich nicht stören wollen“, erzählte Erik Rolverink, Mitbegründer der „Enhoe“, den kurzfristigen Wechsel direkt vor den Toren von Haaksbergen.

Schädliche Pflanzen entfernen

„Hier ist auch genug zu tun. Also packen wir es an“, erwiderte Erik Rolverink und zeigte auf die Fläche, die an diesem Samstag ein neues aufgeräumtes Gesicht erhalten soll. Kurz darauf werden die Handsägen, Heckenscheren und sonstigen Gerätschaften in die Hände genommen, um die für die Heidelandschaft schädlichen Pflanzen zu beseitigen.

Angefangen hatte alles vor 15 Jahren. Damals hatten sich zwölf niederländische Naturliebhaber Gedanken gemacht, wie man die heimatliche Natur schützt und erhält. Daraus entstand die Gemeinschaft Enhoe. Das ist ein Zusammenschluss von ehrenamtlichen niederländischen Naturfreunden aus dem Gebiet um Enschede, Hengelo und Oldenzaal. Mittlerweile ist die Gemeinschaft auf 125 Personen angewachsen. Zusammen mit dem Naturschutzbund Borken wurde im Laufe der Jahre eine enge Zusammenarbeit aufgebaut.

Freiwillige Helfer in der Heide im Dienste der Natur

Zwischendurch stärkten sich alle bei einem Frühstück.

„So konnten wir uns grenzübergreifend um die heimatliche Natur und deren Erhalt kümmern“, berichtete Christoph Rückriem stolz.

Früher haben die Schafherden die Heidelandschaft vor ihren pflanzlichen Schädlingen befreit. Seitdem es die großen Schafherden nicht mehr gibt, muss die Landschaft von Menschen gepflegt werden“, berichtet Christoph Rückriem. Die Aufräumarbeiten, die sich über die ganze Grenzregion erstrecken, werden ab August bis Mitte März durchgeführt. Gut 65 Aktionen führen wir in diesen Wochen durch“, sagte Erik Rolverink. Die Aktionen finden dann jeden Samstag, Donnerstag und Freitag statt. Ab Mitte März beginnt in den Naturschutzgebieten die Brutzeit der vielfältigen Vogelwelt, die dann keine Aufräumarbeiten zulässt.

Europäischer Gedanke

Um 11 Uhr wurden alle Helfer zu einem gemeinsamen Frühstück zusammengerufen. Gut gelaunt teilten sich die niederländischen und deutschen Helfer ihre Frühstücksleckereien und schwelgten in Erinnerungen von der letzten Aufräumaktion. „Wenn man sieht, wie sich wir Ältere aber auch die jungen Helfer untereinander unterstützen und verstehen, dann ist hier nicht nur die Natur der Gewinner, sondern auch der europäische Gedanke, aufeinander zuzugehen und gemeinsam Probleme zu lösen“, erkannten die älteren deutschen und niederländischen Helfer. So wird, bei idealem Frühjahrswetter, nicht nur die Natur gepflegt, sondern es werden auch, über die ehrenamtliche Arbeit, neue Freundschaften geschlossen“, stellten Christoph Rückriem und Erik Rolevink hochzufrieden fest.

Weitere Informationen finden sich im auf den Webseiten der beiden Institutionen. www.enhoe.nl www.nabu-borken.de
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