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"Furchtbare Kloanlage" und Berufsschule

AHAUS Walter Dües fährt fort:

02.04.2010
"Furchtbare Kloanlage" und Berufsschule

1931: Das Schüler-Orchester zieht aus der Schule aus.

„Ich erinnere mich an die furchtbare Kloanlage, deren Beschreibung ich mir verkneife. Ich denke an die hohe Steintreppe im Hauptgebäude und den riesigen Dachboden, dessen Fußboden aus laut knarrenden Brettern bestand. Ganz hinten wohnte der Hausmeister Weiß mit Familie, später Hausmeister Kleinsmann, ebenfalls mit Familie. Ich denke an den von Köln gekommenen Lehrer Aussem. Wir bekamen ihn ab der fünften Klasse. Eine ganz andere Art Unterricht erlebten wir bei ihm. Viel Musik, Gesang, Notenlehre. Unser Interesse an Instrumenten, Gitarre, Mandoline, Flöte oder Harmonika wurden gewertet. Eine kleine Gruppe schloss sich zusammen zu wöchentlichen Übungsstunden. Auf dem Schulplatz zu Deitermanns Seite standen zwei Reihen Bäume. Hier war für die jeweils Kleineren der Spielplatz. Da wo später die Turnhalle errichtet wurde, gab es fest eingebaute Turngeräte unter freiem Himmel. Ich weiß noch, dass einmal alle Lehrer und Schüler auf dem Schulplatz standen und am Himmel einen Kampf zwischen einem Sperber und drei Tauben beobachteten. Jedes Mal, wenn es einer Taube gelang, im Sturzflug den rettenden Schlag zu erreichen, jubelten wir vor Freude. Am meisten aber Ewald Feldhaus aus der Kreuzstraße, der Bruder des Taubenbesitzers. Die letzten zwei Jahre bekamen wir Lehrer Schanderwitz sowie als Aushilfe den Rektor Tuschila und Lehrer Erning. Infolge von Schulwechsel, Umzug oder aus anderen Gründen war die Anzahl der Schüler bei der Schulentlassung von 72 auf 34 gesunken. Keiner von uns hat damals daran gedacht, dass einige schon wenige Jahre später Soldat sein würden. Für mich war nach der Schulentlassung 1934 der Besuch der Bernsmannskampschule noch für die kommenden drei Jahre als Berufsschüler eine Pflicht. Wir waren 28 bis 35 Schüler aus allen Berufen, die sich dort einmal wöchentlich zusammen fanden.“