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Gemalte Geschichte mit viel Kolorit

Heek/Kreis Das Haus Hugenroth in Nienborg zeigt neue großformatige Ölbilder des in Nienborg geborenen Malers Werner Benkhoff. Der Düsseldorfer Künstler hat sich der Geschichte seines Heimatortes und des westlichen Münsterlandes zugewandt und darin Themen für eine neue Serie von Gemälden mit starkem lokalen Kolorit gefunden.

05.03.2008

Gemalte Geschichte mit viel Kolorit

<p>"Der Letzte der Burgmänner" galoppiert mit gezogenem Säbel vor der Kulisse des Hauses Keppelborg.</p>

Bisher hatte Benkhoff im Saal des Hugenroth Hauses Landschaftsbilder in Öl und Acryl ausgestellt, die jetzt durch die neue Serie ersetzt werden. Zu sehen sind in dem Bürgerzentrum des Heimatvereins Nienborg weiterhin Aquarelle und Pastelle des Malers.

Die größtenteils figürlichen Darstellungen vor Nienborger und Ahauser Kulisse will Benkhoff nicht als historisch getreue Abbilder vergangener Ereignisse gewertet wissen. Als Reiter mit gezogenem Säbel galoppiert zum Beispiel "Der Letzte der Burgmänner" aus dem Bild, so, als gelte es, Haus Keppelborg, das sich im Hintergrund abbildet, unter Einsatz seines Lebens zu verteidigen. Der Edelmann in der Uniform eines Kavallerieoffiziers des ausgehenden 18. Jahrhunderts steht für das Ende der Burgmänner-Herrschaft in Nienborg, das mit der Säkularisation des Fürstbistums Münster gekommen war. 1811 beschlossen die wenigen noch verbliebenen Burgmänner, ihre 600 Jahre alte Korporation zu beenden und das Gemeinschaftseigentum zu verkaufen. Sie kamen damit der Zwangsauflösung zuvor.

Das Bild "Annette mit Nichte" spielt auf die Beziehung der westfälischen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff zu Nienborg an. Die jedermann in Nienborg geläufige Geschichte vom "wilden Bernd" gehört wohl auch eher ins Reich der Sagen als der Tatsachen.

Ob auch "Asbecker Stiftsdamen zu Besuch in Nienborg" waren, wie der Titel eines anderen Bildes unterstellt, ist ebenso gut möglich wie der Aufenthalt der Droste auf der Landesburg, wenn auch ebenso wenig historisch verbürgt. Die adligen Burgmännerfamilien in Nienborg gehörten sozusagen zu den "nächsten Nachbarn" der adligen Stiftsdamen in Asbeck.

Noch näher als Asbeck lag den Burgmännern der fürstbischöflichen Landesburg Nienborg das Schloss Ahaus, eine der Residenzen des Landesherren. Der geistliche Herr im prachtvollen Ornat und mit Mitra auf Benkhoffs Ölbild "Einzug des Fürstbischofs in Ahaus" erteilt zwar den bischöflichen Segen, aber sein Gesicht spricht Misstrauen und Herrschaftswillen aus.

Es ist keine heile Welt, die Benkhoff abbildet. Ausdrucksstarke, stumme, beredte Gesichter, die mitunter verstörend blicken, und markante, überdimensionierte Hände sind charakteristische Merkmale dieser Öl- und Acrylbilder Benkhoffs. www.wernerbenkhoff.de

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