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Händel angejazzt

Ahaus Ein kontrastreiches Konzert bot der "Schüler-Lehrer-Eltern-Chor" - plus Unterstufenchor - der Canisiusschule am Sonntagabend in der voll besetzten St. Josef-Kirche.

10.03.2008

Auf dem Programm - unter der Gesamtleitung von Andrea und Norbert van der Linde - stand die alte Geschichte von Judas Maccabäus mit ihrem Streben nach Freiheit und Frieden in großem Gottvertrauen. Zu Beginn spielten Johannes Bancken auf dem Violoncello und Norbert van der Linde am Klavier Beethovens herrliche Händel-Variationen dazu, eine gut interpretierte schöne Einstimmung. Dann folgte die berühmte Vertonung des "Judas Maccabäus" von Händel als Oratorium in Auszügen und fast komplett eine neuere Version des Stoffes von Erling Kullberg und Jens Johansen unter dem Titel "Eversmiling Liberty", ein Jazzoratorium. Der besondere Reiz lag nun in der Verschachtelung beider Werke, ihrer Kontrastierung und gleichzeitiger Annäherung über gut zwei Jahrhunderte.

1950er Jahre-Charme

Händels prächtige Musik von 1745 erklang wacker und engagiert. Klangkräftig warf der Chor sich in die alte Partitur. Mit schönem Sopran steuerte Annette Richter-Westermann Arien und Szenen bei. Das Barockorchester der Enscheder Symphoniker spielte dazu romantischen Händel-Sound in liebenswertem 1950er Jahre-Charme.

Den Hauptteil nahm deutlich Kullberg/Johansen ein. Das populäre Werk des dänischen Komponisten-Duos von 1990 mit seinem gekonnten - ab und zu allerdings auch floskelhaften - Stil-Mix lag dem Chor hörbar und sichtlich bestens. Stimmlich gut präsent kam die Musik frisch und mitreißend herüber. Auch die Solisten Ellen Tackenkamp (Jazz-Sopran) und Norbert Kögging (Jazz-Bariton) überzeugten sängerisch ebenso wie von ihrer Ausstrahlung und dem "feeling" her. Die Jazz-Combo "Amsterdam" sorgte für flotte Instrumentalbegleitung bei den teilweise ohrwurmverdächtigen Songs und Chören.

Stehende Ovationen

Da riss es das Publikum in der Josefskirche schon fast automatisch mit zu regelmäßigem Zwischenapplaus, stellenweise rhythmischem Mitklatschen und schließlich zu stehenden Ovationen für diese große musikalische - plus technischem Apparat nicht zu vergessende - Gemeinschaftsleistung, die dann natürlich noch mit einer Zugabe ihren angemessenen Abschluss fand. Bernd Sikora

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