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Heftige Kritik an Arbeit der städtischen Wirtschaftsförderung

Politiker unzufrieden

In Ahaus müsste mehr in Sachen Wirtschaftsförderung gemacht werden, hieß es im Wirtschaftsausschuss. Andere Kommunen seien der Stadt voraus.

Ahaus

, 11.10.2018

Ein Wirtschaftsförderer kümmert sich vordringlich um die Wirtschaftsförderung – sollte man glauben. In Ahaus scheint das nicht so zu sein, hat die CDU-Fraktion festgestellt.

„Der Wirtschaftsförderer ist stark mit dem Thema Glasfaserausbau im Außenbereich beschäftigt“, erklärte Ausschussvorsitzender Thomas Vortkamp (CDU) am Montagabend im städtischen Wirtschaftsausschuss.

Heftige Kritik an Arbeit der städtischen Wirtschaftsförderung

CDU-Fraktionschef Thomas Vortkamp. MLZ-Foto

Deshalb regte der Christdemokrat eine Diskussion über die Zusammenarbeit zwischen dem Wirtschaftsausschuss der Stadt und dem Wirtschaftsausschuss von Ahaus e.V. an. Der Verein hat sich auf die Fahnen geschrieben, den Tourismus und die Wirtschaft in Ahaus zu fördern.

Warten auf Antwort

Ausschussmitglied Johannes Terhaar (CDU) berichtete von einem Unternehmer, der sich bei der Verwaltung nach einem freien Gewerbegrundstück erkundigt habe. Der Firmenchef habe erst nach vier Wochen eine Antwort von der Stadt erhalten. „In Heek werden alle drei Tage ansiedlungswillige Unternehmer angerufen, um zu erfragen, ob noch Interesse besteht.“

Er würde sich mehr Zusammenarbeit zwischen den beiden Ausschüssen wünschen, erklärte Reinhard Horst (FDP). „Ich merke, wie die Kommunen um uns herum in diesem Bereich sehr gute Arbeit machen.“ Als Beispiel nannte er Gescher. „In Ahaus ist die Wirtschaftsförderung schon ein bisschen das Stiefkind.“

Heftige Kritik an Arbeit der städtischen Wirtschaftsförderung

Die Ahauser Firmen zeigen, was sie können, hier zum Beispiel bei der Gewerbeschau in Wüllen. Der Ahaus e.V. vermisst derzeit Unterstützung aus dem Rathaus in Sachen Wirtschaftsförderung. Foto: Dominique Snjka (A)

Ruth Marx bezog für den Ahaus e.V. Stellung: „Die Wirtschaftsförderung in Ahaus läuft fast gar nicht.“ Nicht nur, weil der Stelleninhaber mit dem Projekt Breitband-Ausbau befasst sei, „sondern auch krankheitsbedingt.“ Der Wirtschafts-Ausschuss des Ahaus e.V. sei geprägt von dem Interesse, die Ahauser Wirtschaft zu stärken – so wie bei der jüngst abgehaltenen Veranstaltung „kumt binanner“ in der Stadthalle. „Das war netzwerkbildend.“

Doch die originäre Aufgabe der Wirtschaftsförderung, „das können wir nicht leisten. Das muss die Wirtschaftsförderung der Stadt leisten“, sagte Ruth Marx. Natürlich sei der Breitband-Ausbau in Ahaus eine Mammutaufgabe (Münsterland Zeitung berichtete). „Aber es darf nicht sein, dass die Wirtschaftsförderung dadurch fast gar nicht läuft. Dazu machen wir uns viele Gedanken.“ Das Thema werde im Vorstand des Ahaus e.V. immer wieder angesprochen. „Und wir sind bei der Verwaltung immer wieder am Ball, auch wenn es um Gewerbeflächen geht.“

Bitte um Hinweise

Bürgermeisterin Karola Voß hatte sich in der Diskussion vieles notiert. „Schön wäre es, über dieses Thema zu reden, wenn der Wirtschaftsförderer (Stefan Hilbring) dabei wäre“, sagte sie zu den Ausschussmitgliedern.

An Jochen Terhaar gerichtet, erklärte die Bürgermeisterin: „Wenn es nicht läuft und sich ein Unternehmen meldet, dann geben Sie mir gerne einen Hinweis.“ Die Stadt Ahaus habe nicht viele Gewerbeflächen im Angebot. „Das mag in anderen Kommunen anders sein.“ Klaus Ikemann forderte als Mitglied in beiden Ausschüssen, die Position des Wirtschaftsförderers in Ahaus zu stärken. „Damit er auch Zeit hat, als Wirtschaftsförderer zu arbeiten.“

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