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Knapp 30 Atomgegner campieren direkt am Zwischenlager

BI-Wiese

AHAUS Rainer liegt barfuß auf einer Bank in der Sonne und schläft, Ulrike sitzt ein paar Meter weiter auf einer Holzpalette und liest ein Buch. Cecile und Georg bauen derweil ihr Zelt auf. Bis zum späten Abend trudeln am Freitag immer mehr Atomgegner, die sich grundsätzlich nur beim Vornamen nennen, im Antiatomcamp gegenüber dem Zwischenlager ein.

von Von Melanie Steur

, 25.04.2010

"Diese Stange gehört auf deine Seite, ich bin schon fertig", lacht Cecile Lecomte . Georg wirft die Plane über den Aufbau. "Fertig und jetzt habe ich Hunger." Die beiden kennen sich schon von anderen Protestaktionen. Der 31-Jährige kommt aus Friedrichshafen am Bodensee, die gebürtige Französin hat schon öfter mit ihren spektakulären Kletteraktionen auf sich aufmerksam gemacht. "Mitgebracht habe ich das Zelt, Schlafsachen, Kletterzeug, mein Transparent und Straßenmalkreide", erzählt Cecile, während sie den Schlafsack ausrollt.

Georg informiert sich am Feldrand über die Speisekarte der "Volxküche". "Es gibt Chili con Tofu, Linseneintopf, Tomaten- und Kichererbsenaufstrich und Brot oder Brötchen", zählt Kerstin von der Vredener Gruppe "Aktion gegen Atomkraft" auf, die das Camp vor Ort organisieren.

"Hallo", begrüßt Falko Tetzlaff von der BI "Kein Atommüll in Ahaus" einen weiteren Neuankömmling. "Leider haben wir doch keine grüne Wiese zum Zelten zu bieten. Aber mit den Strohballen können wir uns behelfen", erklärt er. Nach einem großen Lagerfeuer am Abend mit Gitarrenmusik und Erzählungen von früheren Protestaktionen legen sich die mittlerweile knapp 30 Camp leute spät in der Nacht in ihre Schlafsäcke. Mittlerweile hat sich die Luft deutlich abgekühlt und Cecile und Georg ziehen sich dick an, um nicht zu frieren. Am Samstag: "Die Sonne hat uns geweckt", sagt Cecile gähnend und rührt ihren Tee um. Georg kaut an einem Apfel und blinzelt ebenfalls noch müde in den Frühlingsmorgen.

Ulrike dagegen ist ausgeschlafen und macht einen kleinen Spaziergang. "Ich mag diese Stimmung. Man hört das Gemurmel aus den anderen Zelten, wenn die Leute schon wach sind, das Vogelgezwitscher, und das Tellerklappern." Passend für die anstehende Demo angezogen ist sie schon: Auf ihrem schwarzen Pulli ist ein großes, gelbes X zu sehen. "Ich bin gespannt, wie viele Leute kommen." Ganz früh am Morgen hat sich Rainer schon auf dem Weg zum Bahnhof gemacht, um bei den letzten Vorbereitungen zu helfen. Ein Shuttlebus bringt die Campleute gesammelt zur großen Kundgebung am Mittag. Cecile, Georg und die anderen mischen sich unter die Menschenmenge - es kann losgehen.