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"Lehrgeld" zu zahlen

Ahaus Tumult in der Klassenkonferenz - mit der juristischen Aufarbeitung eines Vorfalles im November 2005 in einer Ahauser Schule und mit dessen Folgen musste sich jetzt das Amtsgericht beschäftigen.

30.08.2007

Angeklagt war ein 50-jähriger Mann aus Ahaus wegen einer falschen Verdächtigung sowie der "Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes". Das Gericht ahndete diese Vergehen mit einer Geldstrafe von 1800 Euro (120 Tagessätze zu je 15 Euro). Der Richter orientierte sich bei der Tagessatzhöhe am derzeitigen Einkommen des Angeklagten. Freigesprochen wurde der Mann vom Vorwurf der Körperverletzung.

Der 50-jährige Vater eines zur Tatzeit zwölfjährigen Sohnes hatte den Jungen dazu überredet, eine ihn betreffende Klassenkonferenz mit Lehrern und Eltern in der Schule mit einem MP3-Player aufzunehmen. Nach der Besprechung berichtete er von dem Tun seines Sohnes, worauf die Lehrer verlangten, die Aufnahme zu löschen. Damit war der 50-Jährige nicht einverstanden, es kam zu einem Tumult. Ein Lehrer stellte sich an die Tür, als der Angeklagte den Raum mit dem Gerät verlassen wollte.

Falsche Angaben

Der 50-Jährige ging anschließend verärgert zur Polizei und erstattete eine Strafanzeige, in der er die Situation bei der Konferenz falsch darstellte und einen Lehrer der Körperverletzung bezichtigte, der ihn geschlagen haben sollte. Das entsprach aber nicht den Tatsachen und konnte durch Zeugenaussagen in der Beweisaufnahme zweifelsfrei widerlegt werden. Vor der Hauptverhandlung hatte der Angeklagte versucht, seinen jetzt 14-jährigen Sohn zu einer für ihn günstigen Falschaussage mit anschließender Belohnung zu beeinflussen.

Das Gericht war von der glaubwürdigen Aussage des Jungen, der mutig im Beisein des Vaters bei der Wahrheit blieb, überzeugt. Die vorher abgegebenen, abweichenden Erklärungen des Angeklagten fielen dann wie ein Kartenhaus in sich zusammen. ek

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