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Lernen in Europa

Ahaus "Lernen durch Tun, Anschauung vor sprachlicher Vermittlung" - das waren zwei der Grundsätze von Johann Amos Comenius, dem großen europäischen Pädagogen des 17. Jahrhunderts. Unter seinem Namen haben jetzt zwei Schüler aus Ahaus das Schülerleben in Frankreich und Italien kennen gelernt.

27.12.2007

Lernen in Europa

Carina Robert (kleines Foto), Neuntklässlerin der Realschule im Vestert, lebte drei Monate in einer Familie in Reims. Nils Bertels, Jahrgangsstufe 11 am Alexander-Hegius-Gymnasium ist gerade aus Italien zurückgekehrt. In Busto Arsizio nahe Mailand besuchte er drei Monate lang eine technische Schule. In beiden Fällen hatte Comeniusstipendium den Auslandsaufenthalt ermöglicht.

Für beide Ahauser war es zugleich ein Sprung ins kalte Wasser - vor allem sprachlich. Carina: "Die Franzosen sprechen so schnell, ich konnte erst gar nichts verstehen. Ich habe versucht, mich auf englisch zu verständigen. Aber das sprechen die Franzosen nur schlecht. Die hielten mich für eine Engländerin."

Doch der herzliche Empfang durch ihre Gastfamilie - Küsschen statt Händeschütteln - machten den Start leicht. Und schon bald gehörte Carina zur Klassengemeinschaft dazu, das Verständigungsproblem wurde von Tag zu Tag kleiner.

Auch die italienische Sprache war für Nils keine unüberwindbare Hürde. Im Gegenteil: "Ich habe vorher nie über ein Sprachstudium nachgedacht. Jetzt könnte ich mir das vorstellen." Und noch ein Gedanke ist in Nils gereift: "Anstatt zur Bundeswehr zu gehen, würde ich gerne einen sozialen Dienst im Ausland leisten."

Heimweh kein Problem

Heimweh war für beide kein Problem, zumal beide rechtzeitig zum Weihnachtsfest heimkehrten. Doch zwischendurch gab es Momente, in denen sie sich nach Hause sehnten. Aber das, so Hartmut Liebermann, gehört wohl dazu, wenn Jugendliche erstmals auf sich allein gestellt sind. "Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Schüler in kurzer Zeit sehr viel reifer und selbstständiger werden." Liebermann betreut seit vielen Jahren am AHG die Comeniusaktivitäten. Das individuelle Stipendium ist eine neuer Versuch, den europäischen Gedanken zu fördern. Liebermann hofft, dass dieses Projekt 2008 fortgeführt wird.

Für Carina und Nils gilt es jetzt, das nachzuarbeiten, was sie in der Schule in verpasst haben. Doch beide sind sich einig: Die Mühe hat sich gelohnt - und zwischendurch bleibt immer noch Zeit für ein E-Mail an die neuen Freunde in Frankreich und Italien. gro

Lernen in Europa

<p>Carina Robert (vorne, 3.v.l.) im Kreise ihrer neuen Französischen Freunde. privat</p>

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