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Mehr als Geld geraubt

Ahaus "Wir sind richtig erleichtert", sagt Werner Krause und atmet noch einmal tief durch. Und seine Frau Gabriele setzt mit Nachdruck hinzu: "Nicht nur erleichtert, sondern glücklich." Beide waren Opfer der Überfallserie auf Tankstellen. Gestern erreichte sie die Nachricht, dass die Räuber der Polizei ins Netz gegangen sind.

14.12.2007

Drei Mal wurde die Tankstelle der Agravis an der Fuistingstraße - neben etlichen anderen im westlichen Münsterland - von Räubern überfallen. Jedes Mal war nach 20 oder 30 Sekunden alles vorbei: die maskierten Männer, die in den Verkaufsraum stürzten, die vorgehaltenen Waffen, die Herausgabe des Geldes. Doch die Sekunden veränderten das Leben der Familie Krause. Beim ersten Mal, am 6. Oktober, war eine Aushilfe betroffen, beim zweiten Mal, am 26. Oktober Gabriele Krause, nur drei Wochen später ihr Mann Werner. "Die Leute, die so etwas tun, die wissen gar nicht, was sie uns und unserer Familie angetan haben. Die denken nur ans Geld und kümmern sich nicht um die seelischen Schäden." Werner Krause selbst sagt, er habe seine Erlebnisse gut verarbeitet. "Während des Überfalls war ich sogar noch cool: Ich habe versucht, mir möglichst viele Einzelheiten zu den Tätern einzuprägen." Doch der Schock kam später. "Am nächsten Tag wurde ich immer unruhiger und nervöser. Man denkt ja immer darüber nach: Was ist eigentlich passiert? Und was hätte alles passieren können?" Werner Krause hat auch nach dem Überfall weiter Spätschichten übernommen. "Aber immer nur mit ungutem Gefühl. Ab zehn werde ich immer nervös, schaue zur Tür. Es ist nichts mehr wie vorher. 23 Jahre habe ich die Arbeit gerne gemacht. In den letzten Wochen habe ich den Spaß daran verloren."

Seine Frau Gabriele trägt noch schwerer an den Erinnerungen. Mit Hilfe eines Polizeipsychologen versucht sie, das Erlebte zu verarbeiten. "Die wenigen Sekunden des Überfalls kamen mir so lange vor. Ich war so nervös, als die Kasse klemmte und einer der Männer die Pistole in meine Seite drückte."

Seit diesem Tag hat Gabriele Krause keinen Spätdienst mehr machen können. Und viel schlimmer noch, so sagt ihr Mann: "Sie konnte kaum noch lachen."

Doch seit gestern weicht die Angst, die Täter könnten wiederkommen. Der Ermittlungserfolg und die Zeit werde die Wunden wohl heilen, davon sind die Krauses überzeugt. Jetzt warten sie auf die Gerichtsverhandlung. Werner Krause: "Ich möchte gerne wissen, wer unserer Familie so etwas angetan hat. Und ich hoffe auf eine gerechte Strafe." gro Kreisseite

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