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Mit 100 Tonnen Kartoffeln nach Westberlin

Ahauser Trucker erinnern sich an alte Zeiten

Sie saßen für ihre Spedition am Steuer großer Lkw. Ihr Alltag von damals weckt im Rückblick fast wehmütige Gefühle. Jetzt sahen sich die Fahrer wieder.

von Stefan Hubbeling

Ahaus

, 04.03.2018

Mit 100 Tonnen Kartoffeln für Westberlin unterwegs auf der Transitstrecke durch die DDR: Erinnerungen an längst vergangene Zeiten wurden wieder wach, als sich am Samstag in der Gaststätte „Ahauser Eck“ ehemalige Fahrer der Spedition Reckers trafen. Die Idee zu diesem Treffen nach 30 Jahren hatte Karl-Heinz Scholz. Er selbst fuhr für die Ahauser Spedition gut elf Jahre.

„Von 1973 bis 1984 war ich bei Reckers an Bord“, berichtete Karl-Heinz Scholz. Die Transitstrecke, die er damals fuhr, war die Route Holland-Berlin-Ruhrgebiet/Rheinland. Von Berlin aus wurden meist Textilwaren wieder mitgenommen. Werner Kösters, der gut 30 Jahre als Kraftfahrer bei der heutigen Gronauer Spedition aktiv war, kommt ins Schwelgen bei den Erinnerungen: „Damals waren wir in der Ridderstraße in Ahaus ansässig.“ Mit dem Slogan „Ob im Norden, Osten, Süden oder Westen, die Fahrer von Reckers sind die Besten“ hatten sich die Fern- und Nahverkehrsfahrer einen guten Namen gemacht.

Schöne Zeit im Beruf

Am anderen Ende der Tischrunde sitzen Dagmar Kösters und Conny Bahr. Sie waren Ende der achtziger bis Mitte der neunziger Jahre der weibliche Part in dem männerdominierten Beruf. „Die sechs Jahre auf der Bahn waren die schönsten Berufsjahre in unserem bisherigen Leben“, antworteten die beiden Truckerinnen. „Mit 40 Tonnen im Nacken war es ein tolles Gefühl auf den Autobahnen unterwegs zu sein“, blickten Conny Bahr und Dagmar Kösters ein wenig wehmütig zurück.

Hans Ahlers war seit 1962 bei Reckers angestellt. „Zuerst war ich drei Jahre als Fernfahrer unterwegs. Danach war ich bis 2005 als Werkstattleiter aktiv“, erklärte Hans Ahlers. Anekdoten wie das rasante Ausbauen eines Lkw-Motors in Rekordzeit und eine Wette, bei der ein Amboss getragen werden musste, werden mit Hans Ahlers in Verbindung gebracht und lassen die Runde in Gelächter ausbrechen. Heute, und da sind sich alle einig, würden Kameradschaft und Miteinander zwischen den Fernfahrern durch den Zeitdruck geschmälert.

Über Resonanz gefreut

Durch intensive Recherche und unzählige Telefonanrufe hatte Karl-Heinz Scholz viele Kollegen für das Treffen ausfindig machen können. Zu Anfang wäre ich mit zehn Personen zufrieden gewesen. Jetzt aber sind 22 Personen anwesend. Das ist fantastisch“, freute er sich: „Das werden wir auf jeden Fall in den nächsten Jahren wiederholen.“

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