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Mit Kräutern und Amulett gedopt

18.10.2007

Ahaus "War der Superathlet Milon in Olympia gedopt?" - Mit dieser spannenden Frage weckte der Sporthistoriker Prof. Dr. Andreas Luh von der Ruhruniversität Bochum bei den jungen Studierenden der Kinderuni das Interesse für ein vielschichtiges Thema. Schulleiter Joachim Engelhardt und Winfried Terwolbeck als Gastgeber begrüßten den Professor und die "Jungstudenten" in der Aula des Alexander-Hegius-Gymnasiums.

Luh räumte ein, dass er dieselben Materialien bisher nur erwachsenen Studenten vorgestellt habe. Dennoch konnte er die Kinder schon sehr schnell fesseln mit dieser Fragestellung, die er aus der Sicht von heute an die Sportler im antiken Olympia richtete.

In unregelmäßigen Abständen fanden die Olympischen Spiele am heiligen Ort Olympia statt. Die ersten Spiele sind aus dem Jahr 776 v. Chr. überliefert, damals zu Ehren des Göttervaters Zeus. Beendet wurden sie durch christliche römische Kaiser im Jahr 393 n.Chr., da sie einem heidnischen Gott gewidmet waren.

Die Rekonstruktion der Anlage ließ die Kinder staunen, denn aus archäologischen Grabungen schätzt man, dass bis zu 200 000 Menschen während der Spiele an diesem Ort lebten, trainierten und an den Wettkämpfen teilnahmen.

Videoclips, die aus historischen Filmen stammten, verdeutlichten den Kindern, dass der Speerwurf oder der Weitsprung heute eine andere Technik haben als damals. Französische Archäologiestudenten haben versucht, die schriftlichen und bildlichen Quellen in reale Bewegungsabläufe umzusetzen.

Solange die Sportler bartlos waren, verriet Luh, galten sie als Jugendliche.

Nackte Athleten

Auch im Wort "Gymnastik" stecke das griechische Wort "Gymnos", zu deutsch die Nackten. Um verkleideten Frauen die Teilnahme zu verweigern, erklärte Luh, habe man den Sportlern zur Auflage gemacht, unbekleidet zum Wettkampf anzutreten. Doping habe es gegeben, räumte der Wissenschaftler ein. Pflanzliche Stoffe oder bei den Schwerathleten eine spezielle Fleischdiät sowie Amulette als psychologisches Stütze stufte er als antike Form des Dopings ein. Erst nach 1945 wurden viele körperfremde Mittel als Doping verboten wie Rauschgift oder Rotweingenuss.

Viele Fragen hatte Luh schon im Vortrag beantwortet. Doch die Frage, ob sich ein Athlet umgebracht habe, als er verloren hatte, brannte ihnen dennoch auf den Nägeln. "Davon ist nichts bekannt. Gescheiterte Athleten kehrten aber häufig nicht in ihren Heimatort zurück", wusste der Professor. emk

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