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Politiker aus dem Münsterland im Kabinett der GroKo

Jens Spahn soll Gesundheitsminister werden

Finanzstaatssekretär Jens Spahn, Vorsitzender der CDU im Kreis Borken, soll in einer möglichen großen Koalition Gesundheitsminister werden. Das bestätigten am Samstagabend CDU-Kreise gegenüber der Münsterland Zeitung.

Ahaus/Berlin

, 24.02.2018
Politiker aus dem Münsterland im Kabinett der GroKo

Guter Dinge: Jens Spahn, der künftige Gesundheitsminister, am Freitagabend in einer Fragerunde in Stadtlohn. Foto: Bernd Schlusemann

Kanzlerin Angela Merkel will am Sonntagnachmittag die Namen ihrer CDU-Minister in einer großen Koalition bekannt geben. Vorab wurde bekannt, dass die CDU-Chefin den heimischen Bundestagsabgeordneten Jens Spahn zum Gesundheitsminister machen will. Gegenüber der Münsterland Zeitung bestätigten das CDU-Kreise am späten Samstagabend.

„Dieser Schritt könnte als Zeichen dafür gelten, dass Merkel ihren parteiinternen Widersachern vor dem Bundesparteitag am Montag entgegenkommen will“, schreibt beispielsweise die Zeitung "Die Welt" über die Ernenntung des Ottensteiners.

Mit Jens Spahn holt sich die Kanzlerin einen ausgewiesenen Gesundheitsexperten in das Ministeramt. Der 37-Jährige war unter anderem von 2009 bis 2015 Vorsitzender der Arbeitsgruppe Gesundheit und zugleich gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Seit 2015 ist er Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen.

Schon jetzt eine Symbolfigur

„Symbolfigur der Unzufriedenen in der Union“, schrieb die Berliner Zeitung jüngst über Jens Spahn. Und: „Gegenmodell zu Angela Merkel“. Mit dem Politiker mit Wurzeln im Kreis Borken holt sich Merkel jemanden in ihre Ministerriege, der auch die offene Auseinandersetzung mit der CDU-Chefin nicht scheut. Beispielsweise kritisierte er in der Flüchtlingspolitik Merkels Willkommens-Ansatz, forderte einen Kurswechsel und die Begrenzung der Flüchtlingszahlen. Damit nicht genug: Auf dem Parteitag vor zwei Jahren setzt er ein Nein zur doppelten Staatsbürgerschaft durch - gegen den Willen der Kanzlerin.

Der Politiker aus dem Münsterland wird schon lange hoch gehandelt. Viele sehen in Jens Spahn einen künftigen Kanzler. Viele freuen sich auch einfach darüber, dass da jemand ist, der provoziert, ausgetretene Pfade verlässt und im politischen Berlin sein eigenes Profil zeigt, Gegenmeinung zur Kanzlerin wagt.

Parteiinterner Druck - Forderung nach einer Verjüngung

Das Angela Merkel Jens Spahn einen Ministerposten gibt, verwundert nicht. „Der kann das“, war am Freitagabend beim Treffen der Basis mit ihrem Kreisverbandsvorsitzenden Jens Spahn in Stadtlohn zu hören. Die Kanzlern hat aber auch andere Beweggründe. Groß ist der Druck, der parteiinterne Druck. Mit dieser Personalentscheidung kommt Merkel ihren Widersachern entgegen. Die gibt es in der Partei genug. Viele fordern das Aufbrechen der Altherrenriege. Ausgewiesen Konservative und natürlich der Parteinachwuchs hatten nach der Bundestagswahl eine personelle Erneuerung und Verjüngung von Regierung und Partei gefordert.

Mit ihrem profiliertesten konservativen Kritiker im Kabinett nimmt Angela Merkel nun ihren Widersachern den Wind aus den Segeln.

CDU-Kreisverband freut sich

Doch das ist für die Mitglieder des Borkener CDU-Kreisverbandes nur eine Nebensache. Sie freuen sich, dass ihr Kreisvorsitzender in einer möglichen großen Koalition einen Ministerposten bekleiden soll. Aber: Es hängt von der Zustimmung der Mitglieder der SPD ab, ob es zu diesem politischen Bündnis kommt.

Kommt es nicht, das verriet Jens Spahn am Freitagabend, will die Kanzlerin in eine Minderheitsregierung gehen.

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