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Polizei vermutet nach Türcrash keinen gezielten Anschlag

Polizeiwache Ahaus

Unliebsamen Besuch haben die Beamten der Polizeiwache Ahaus am Dienstagmittag bekommen. Ein Autofahrer rammte die Eingangstür der Wache.

Ahaus

, 31.07.2018
Polizei vermutet nach Türcrash keinen gezielten Anschlag

Die Eingangstür der Polizeiwache Ahaus wurde durch den Aufprall zwar schwer beschädigt, sie hielt dem Aufprall jedoch Stand. © Stephan Teine

Ein lauter Knall hat die Polizei in ihrer Wache am Stadtpark in Ahaus am Dienstagmittag unvermittelt aufgeschreckt: Ein 56-jähriger Mann aus Gronau hat die Tür mit seinem Auto gerammt. Aus heiterem Himmel. „Wir wissen noch nicht, aus welchem Motiv er das getan hat“, sagte der Wachleiter Manfred Lütjann nur wenige Augenblicke nach dem Vorfall.

Er schildert den Hergang so: Zunächst sei der Mann mit seinem Auto in die Tür der Wache gefahren. Ob er dabei vom Parkplatz der Polizei oder von der Wessumer Straße gekommen sei, war am Dienstag noch nicht endgültig klar. Die stark eingeschlagene Lenkung ließ vermuten, dass er unmittelbar vom Parkplatz vor der Polizeiwache losgefahren und Richtung Tür gefahren ist.

Mann in Gewahrsam

Nach dem Aufprall sei er ausgestiegen und durch die beschädigte Tür in den Vorraum der Wache getreten. Dort habe er sehr aufgeregt und gestikulierend in gebrochenem Deutsch auf die Beamten eingeredet. Die konnten jedoch auch auf mehrfache Ansprache nicht klären, was der Mann wollte. Auch konnten sie ihn nicht beruhigen. Deswegen nahmen sie den Mann in Gewahrsam.

Polizei vermutet nach Türcrash keinen gezielten Anschlag

Die 51-jährige Beifahrerin musste nach dem Aufprall von Polizisten und Sanitätern betreut werden. © Stephan Teine

Eine 51-jährige Frau, die auf dem Beifahrersitz des Autos gesessen hatte, reagierte geschockt. Sie musste vor Ort von der Besatzung eines Rettungswagens betreut werden. Der Polizei gegenüber erklärte sie, dass sie die Wache auf keinen Fall betreten wolle, weil sie Angst habe, dem Mann zu begegnen. Erst nach einer Weile konnten Beamten und Sanitäter sie gemeinsam beruhigen. Die Motivation des Mannes war auch Stunden später noch völlig unklar. Wie Manfred Lütjann erklärte, habe der Mann keinen Kontakt mit Beamten der Polizeiwache Ahaus gehabt, bevor er mit seinem Auto in die Tür krachte.

Kein Anschlag vermutet

Der Leiter der Ahauser Wache betonte, dass die Polizei nicht davon ausgehe, dass es sich bei dem Vorfall um einen gezielten Anschlag auf die Polizei insgesamt oder einzelne Polizisten in Ahaus handele. Eine Chance, die Ahauser Wache zu betreten, habe der Mann so oder so nicht gehabt. „Hinter der automatischen Eingangstür befindet sich nur ein kleiner Vorraum. Die Türen dahinter öffnen sich erst, wenn wir sie von innen freigeben“, erklärte der Polizeihauptkommissar.

Die Polizei zog das Ordnungsamt hinzu. Das hat eine Unterbringung des Manns veranlasst, weil eine Eigengefährdung nicht ausgeschlossen werden könne. Den Schaden an Fahrzeug und der Glastür beziffern die Beamten auf über 30.000 Euro.