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Schnelle Hilfe für "schwer Verletzte"

Kreis/Ahaus Fabian liegt mit schweren Verletzungen auf der Trage - und lächelt verschmitzt. Denn der Zehnjährige aus Gemen mimt nur das Opfer während der Großübung am Samstagmorgen auf dem Kalverkamp in Gemen mit 140 Einsatzkräften von Freiwilliger Feuerwehr - auch einer Ahauser Abordnung - , Deutschem Roten Kreuz (DRK) und Malteser Hilfsdienst.

14.10.2007

Fabian sind zahlreiche Schläuche zur Stabilisierung des nach Regieansweisung lebensbedrohlichen Gesundheitszustandes angeschlossen worden. Die "Verletzungen": Beckenringfraktur (Bruch), Oberschenkelhalsfraktur rechts, Schädelhirntrauma, "somnolent" (nicht ansprechbar). Sie gehen aus dem Begleitzettel hervor, den Fabian trägt.

Es gilt, einen mobilen Behandlungsplatz aufzubauen, um in Not innerhalb zwei Stunden 50 oder vier Stunden 100 Verletzte versorgen zu könen - ein fahrbares Hilfszentrum, das der Kreis Borken mit 60 000 Euro Beteiligung wie alle Kreise in Nordrhein-Westfalen mit finanzieller Unterstützung des Landes (250 000 Euro) im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft 2006 aufgebaut hat. "Ohne die WM wären die Gelder gar nicht locker gemacht worden", sagt der beobachtende Kreisbrandmeister Karl-Heinz Tenspolde (59), der am kommenden Wochenende verabschiedet wird.

Herzstück der Rettungseinheit auf dem Kalverkamp bei herrlichstem Wetter ist "ManV", ein feuer(wehr-)roter Container zur Bewältigung eines "Massenanfalls an Verletzten", wie das Konzept heißt. Der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Borken, Dr. Peter Langener, schaut angespannt, ob die Vorgaben bei der ersten Übung dieser Art eingehalten werden (können). Sie werden, im Großen und Ganzen: Innerhalb weniger Minuten sind die Gerätschaften aufgebaut, nach 26 Minuten die erste Versorgungseinheit, nach 38 Minuten der komplette Stand.

"Super-Zeit"

Die Zelte für Voruntersuchung und Intensivmedizin stehen dank "Moppel" (Benzinaggregat) und Gebläse minutenschnell. Zur reichhaltigen Ausstattung gehören unter anderem zwei Zelte mit zusammen acht Plätzen für Intensivmedizin, mehrere Behandlungs- und Ruhezelte - und am Samstag 140 Retter des DRK und Abordnungen der Feuerwehren Ahaus, Bocholt, Gemen und Borken. Innerhalb von zwei Stunden sind alle versorgt - eine "Superzeit, mit dem Ernstfall nicht zu vergleichen. Da müssen die Verletzten oft mühsam geborgen werden", erklärt Dr. Langener.

Er zieht ein positives Fazit. Darauf ausruhen dürfen sich die Helfer aber nicht. "Das nächste Mal gibt es eine Alarmübung ohne Vorwarnung." and

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