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Schüsse ins Schwarze

Ahaus Es war lustig. Es war böse. Es war be- und nachdenklich. Und es war politisch. Mit anderen Worten: Das erste Ahauser Schülerkabarett hat mit seinem Premierenprogramm "geladen & entsichert" ins Schwarze getroffen.

03.03.2008

Schüsse ins Schwarze

<p>Schattenriss aus dem Beichtstuhl: Alles wird verziehen, nur das Rauchen nicht.</p>

Am Samstag und Sonntag begeisterte das Ensemble rund um Günter Sowa in der Villa van Delden Mitschüler, Eltern und Lehrer und hielt letzteren zum Auftakt einen Zerrspiegel entgegen: "Woran erkennt man eigentlich gedopte Lehrer?" "Die bringen Leistung." Wie sie das tun, zeigten die "Anonymen Pädagogiker" in der Irrenanstalt, in der verschiedene Lehrer- und Leidenstypen diagnostiziert wurden. "Und wo liegt das Problem?", fragt der Psychiater seinen Kollegen. "Nun, die halten sich alle für normal."

In seinem Solo nahm Lehrer Günter Sowa den demographischen Wandel und die Folgen für die sozialen Sicherungssysteme aufs Korn: "Der Tatter-Tsunami rollt auf uns zu." Sowa sah neue Herausforderungen auf die Alten zukommen: "als Seniorensturm in Kabul" zum Beispiel, wo sie ihre Lebenserfahrung bei "Opacalypse now" einsetzen könnten.

Der schwarze Humor der Jungkabarettisten wagte sich - offenbar inspiriert von Harald Schmidt - immer wieder ins Braune vor. Der greise Hitler gab ein Interview in Südamerika und gerierte sich als Widerständler: "Ich war kein Nazi, ich habe die NSDAP immer bekämpft - von der Spitze aus."

Nichtraucherwahn, Weltmeisterpatriotismus, Revanchismus und Amoklauf - mancher Lacher blieb den Zuschauern nicht von ungefähr im Halse stecken. Sowa: "Das ist eben das subversive Potenzial des Genres." Und auch das will gelernt sein: Die AG hat sich intensiv mit Texten, Theatersport, Improvisation und Timing befasst.

Nach der erfolgreichen Premiere soll es nun weitergehen: Für Mai sind öffentliche Auftritte geplant. Und nach den Sommerferien wird die kabarettistische Flinte erneut durchgeladen - mit neuen Schützen, neuem Programm und neuen Opfern. gro

Schüsse ins Schwarze

<p>Die Anonymen Pädagogiker: der verhinderte Nobelpreisgewinner, der Verzweifelte, der Sunnyboy, der Diktator, der Narzisst und der Sportlehrer. MLZ-Fotos Grothues</p>

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