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Schulzeit im Krieg

Ahaus Als wären sie noch gestern zur Schule gegangen, so lebendig klangen ihre Erinnerungen an die Schulzeit in den Kriegsjahren.

13.12.2007

Schulzeit im Krieg

<p>Bernhard Heying und Hermann Roth (v.l.) berichteten mit anderen Zeitzeugen über ihre Schulzeit im Krieg; im Hintergrund Moderator Winfried Terwolbeck. Meisel-Kemper</p>

Bernhard Heying (Jg.1926), Hermann Roth (Jg.1936), Gertrud Richter (Jg.1927) und Dr. Dirk Bunsen (Jg.1922) blickten auf Einladung des Heimatvereins Ahaus in der Villa van Delden auf ihre Kinder- und Jugendzeit zurück.

Im großen Publikum saßen viele weitere Zeitzeugen, die sich mit eigenen Erlebnissen zu Wort meldeten. Winfried Terwolbeck hatte die Moderation übernommen.

Gertrud Richter wurde 1933 zusammen mit 72 Mädchen eingeschult in die Wallschule, die sie acht Jahre besuchte.

Bunsen wurde 1928 mit 52 Schülern in die Bernsmannkampschule eingeschult. "Damals gab es nach Norden am Gebäude noch einen Extraanbau für die I-Männchen", so Bunsen. Im zweiten Schuljahr wurde Bunsen vom strengen, aber kenntnisreichen Konrektor Krekeler unterrichtet, den offensichtlich noch viele kannten. 1932 wechselte er auf die Rektoratsschule. Ab dem zehnten Schuljahr bis zum Abitur 1940 besuchte er das Gymnasium in Coesfeld.

Bombardierungen

Heying wurde in Ahle geboren. Dort besuchte er sechs Jahre lang die Volksschule. 1939 wechselte er in die Rektoratsschule nach Ahaus nach bestandener Eignungsprüfung. Die Bombardierungen ab 1943 brachten den Schulbetrieb immer wieder zum Erliegen. 1944 wurde er erst zum Arbeitsdienst, dann zum Militär geschickt. 1948 kehrte Heying aus französischer Kriegsgefangenschaft zurück. Ab März 1948 besuchte er wieder die Rektoratsschule.

Roth als jüngster der Runde wurde 1942 in die Bernsmannskampschule eingeschult. Von 1944 bis 1946 war kein geregelter Schulbetrieb möglich.

Viele Erinnerungen drehten sich um das morgendliche Gebet, dass die Nazis verboten hatten. Der Schwimmunterricht in der Aa nahm keine Rücksicht auf das Können der Schüler.

Hetze und Mut

Die Tafel war mangels Büchern und anderer Lernmittel der Mittelpunkt des Unterrichts. "Wir mussten alles von der Tafel abschreiben", berichtete Roth. Doch nicht nur in der Schule hatten die Lehrer ihre Schüler fest im Griff, sondern auch in der Freizeit. Öffentliches Rauchen oder Eisschlecken schlug sich auf die Noten nieder. Das Schulgeld von rund 20 Reichsmark war ein weitere Diskussionspunkt.

Von Lehrern wie Heinz Bügener, die ihre Schüler zur Hetze gegen Juden angestiftet hätten, wurde berichtet genauso wie vom mutigen Kaplan Surmann, der Predigten des "Löwen von Münster" von der Kanzel las. emk

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