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Senioren lernen von Junioren

Schüler geben Computerkurs

Von Junioren lernen“ heißt das Projekt der Freiwilligenagentur Handfest und der Realschule im Vestert: Zwölf Einsteiger der „Generation 55plus“ entdecken die Welt des PCs – und jeder von ihnen wird individuell von einer Schülerin oder einem Schüler betreut.

AHAUS

von von Stefan Grothues

, 22.05.2012
Senioren lernen von Junioren

Junioren helfen Senioren: Frauke ten Winkel (r.) weiht Antonia Schücker in die Geheimnisse des E-Mail-Schreibens ein; im Hintergrund Heinz Rensing und Julia Schmitz.

78 Jahre lang ist Antonia Schücker ohne Computer bestens klar gekommen. Kein Grund nicht doch noch den Umgang mit Maus, E-Mail und Internet zu wagen. Schritt für Schritt hat rüstige Seniorin den Einstieg in die moderne Medienwelt geschafft – mit Unterstützung der 15-jährigen Frauke ten Winkel. Nach zehn Nachmittagen endete der Kurs am Dienstag – mit Bestnoten für Junioren und Senioren. „Ich habe inzwischen schon etliche E-Mails an meine Kinder geschrieben, die nicht mehr Ahaus wohnen – nur Fotos versenden kann ich noch nicht“, lacht Antonia Schücker. „Aber das können wir ja noch lernen“, bietet Frauke noch eine private Nachhilfestunde an. Vom Engagement und von der Geduld der Schüler ist auch Heinz Rensing (62) begeistert. „Ich habe schon mal einen Computerkurs mitgemacht, aber da gab es nur einen Lehrer, und es blieben viele Fragen offen. Das war hier anders. Jetzt kann ich schon allerhand“, sagt er und bedankt sich bei seiner „Lehrerin“ Julia Schmitz. Keine Ursache meint die 15-Jährige, „es hat ja Spaß gemacht“.

Die entspannte Atmosphäre und die persönliche Betreuung sind für Angelika Litmeier von der Freiwilligenagentur entscheidend für den Erfolg des Kurses. „Viele Senioren sagen: ‚Dafür bin ich zu alt.‘ In Wirklichkeit aber hindern sie nur unterschwellige Ängste, sich an den Computer heranzutrauen.“ Dass nicht nur die Senioren etwas lernen, mache das Projekt für die Schule hochinteressant, erklärt der Konrektor Jochen Grosfeld. Das Miteinander der Generationen erweitere die Sozialkompetenz und Teamfähigkeit der Schüler. Ihr Einsatz außerhalb der Unterrichtszeit werde auch auf dem Zeugnis positiv vermerkt werden. Die Seniorenbeautragte der Stadt Ahaus, Sybille Großmann sieht in dem Projekt „gelebte Solidarität und einen wichtigen Beitrag für lebenslanges Lernen.

Josef Koller und Robert Stephan, ehrenamtliche Mitarbeiter der Freiwilligen-Agentur Handfest haben den Kurs nicht nur geleitet, sondern auch filmisch begleitet. Ihre Dokumentation soll ab Samstag auf der Internetseite der Freiwilligenagentur zu sehen sein. Zum Abschluss am Dienstag haben die Schüler nicht nur Zertifikate für ihr Engagement von der Freiwilligenagentur bekommen. Gleichzeitig erfuhren sie beim Dankeschön-Kaffee, was sie ihrerseits von den Senioren noch lernen könnten: Wie man leckeren Erdbeerkuchen macht.

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