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Störende Geistesblitze zwischen zwei Buchdeckeln

„Ahauser Aphorismen“ ist erschienen

Claus Urban und Nikolaus Schneider veröffentlichen eine Aphorismen-Sammlung – und lassen damit manchen Geistesblitz einschlagen.

Ahaus

24.02.2018
Störende Geistesblitze zwischen zwei Buchdeckeln

Bei der Buchpräsentation (v.l.): Kommunikationsdesigner Nikolaus Urban, VHS-Direktor Nikolaus Schneider und sein Vorgänger Dr. Claus Urban haben in dieser Woche die Sammlung „Ahauser Aphorismen“ vorgestellt. © Stefan Grothues

Aphorismen dürfen alles: Sie dürfen unausgewogen, undifferenziert, subjektiv, forsch und schroff sein. Nur eines dürfen sie nicht: langweilen. Sie bieten dem Augenblick eine große Bühne. Dr. Claus Urban (74) war immer schon ein großer Freund des störenden Geistesblitzes. Jetzt hat der langjährige VHS-Direktor gemeinsam mit seinem Nachfolger Nikolaus Schneider ein Büchlein herausgegeben: Ahauser Aphorismen. Auf 265 Seiten versammelt der Band anregende Gedankensplitter.

Der eine oder andere Sinnspruch dürfte langjährigen Freunden des aktuellen Forums Volkshochschule bekannt vorkommen. Ab 1990 erhellten die Geistesblitze für zwei Jahrzehnte in jedem Semester die gedruckten VHS-Programme. „Die drei Buchstaben VHS stehen ja auch für Vademekum heilsamer Sprüche“, sagt Claus Urban bei der Buchvorstellung im Kunstklärwerk in Stadtlohn lachend.

Ein Buch mit Haken und Ösen

Ein nützlicher Begleiter (Vademekum) ist das Büchlein allemal, ein amüsanter und anregender dazu. Lose sortiert nach Themenbereichen von Bildung über Philosophie, Beruf und Alltag bis hin zur Politik erweitern die Sprüche den Horizont. Apropos Horizont: Zum Einstieg zitiert das Bändchen den scharfsinnigen Karl Kraus: „Fürs Leben gern wüsst‘ ich, was fangen die vielen Leute nur mit dem erweiterten Horizont an?“

So direkt und klar wie die Sprüche kommt auch die Gestaltung der Typographie und des Covers daher. Das roh und schlicht in Pappe gebundene Bändchen ist ein echtes Gebrauchsbuch. Aber nicht ohne Haken und Ösen. Claus Urbans Sohn, der Kommunikationsdesigner Nikolaus Urban (34), hat bei der Buchgestaltung Brüche bewusst gesetzt. Mal steht die Schrift Kopf, mal ist sie spiegelverkehrt. „Das Buch soll nicht einfach zu konsumieren sein, es soll anecken“, sagt Nikolaus Urban. Denn die Freude an der Erkenntnis ist umso größer, wenn sie eine Klippe überwinden muss.

Jahrelange Vorbereitung

Viel editorische Arbeit machten das umfangreiche Quellenverzeichnis und die Klärung der Rechte. „Darum hat das Projekt einige Jahre in Anspruch genommen“, sagt VHS-Direktor Nikolaus Schneider. Eine Lücke allerdings weist das Buch auf: Es enthält keinen Aphorismus von Claus Urban persönlich. Darum sei hier einer zitiert, den Sohn Nikolaus Urban vor zehn Jahren bei der Verabschiedung seines Vaters als VHS-Direktor überlieferte: „Lieber im Wirtshaus sitzen und an die Kirche denken, als in der Kirche sitzen und ans Wirtshaus denken.“

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