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Strommasten-Gegner trafen auf Minister Röttgen

Erdkabel

LEGDEN / KREIS Eine durchgehende Erdverkabelung und innovative Technik: Das haben die münsterländischen Bürgerinitiativen "Pro Erdkabel" in Raesfeld gegenüber Umweltminister Norbert Röttgen gefordert. Die für den ab 2012 vorgesehenen Bau der 380-kV-Leitung zwischen Wesel und Diele zuständige amprion GmbH glaubt nicht an eine Umsetzung dieser Anliegen.

von Von Sylvia Lüttich-Gür

, 20.04.2010
Strommasten-Gegner trafen auf Minister Röttgen

Die Hochspannungsleitung in Legden soll unter die Erde gelegt werden.

Unter den Demonstranten vor Schloss Raesfeld, wo der Minister eine Veranstaltung der CDU besuchte, waren auch Legdener: unter anderem Andreas Völker, der Sprecher der BI. Zusammen mit den Verfechtern einer durchgehenden Erdverkabelung in HGÜ-Technik aus den anderen Städten und Gemeinden entlang der Trasse überreichte er dem Minister ein Positionspapier der Bürgerinitiativen. In einem kurzen Gespräch mit den Raesfeldern Gaby Bischop und Paul Wissing unterstrich Röttgen, dass die Ministerposition und die der BI gar nicht so weit auseinander lägen. Auch er halte eine Teilerdverkabelung für sinnvoll. Die sieht auch die Amprion GmbH, eine RWE-Tochter, vor.

Im Rahmen eines vom Bund unterstützen Pilotprojekts auf drei Teilabschnitten in Borken, Raesfeld und Legden, wo die Trasse besonders nah an der Bebauung vorbei läuft, sollen die Stromleitungen unter die Erde gelegt werden. Der mit rund fünf Kilometern längste der drei Abschnitte befindet sich in Legden zwischen dem Beginn der Bebauung im Südwesten bis Asbeck. Zwölf der insgesamt 130 Kilometer langen Leitung, die den von Windrädern an der Nordseeküste produzierten Strom ab frühestens 2015 nach Süden transportieren soll, würden damit im Erdreich liegen. Für den Rest setzt amprion auf herkömmliche Freilandleitung. Allerdings müssen die Strommasten wachsen – von derzeit 34 bis 40 Meter auf 65 Meter.

Durch die teilweise Verkabelung steigen die Gesamtkosten für die Strecke Meppen - Wesel von 130 Millionen Euro (ausschließlich Überlandleitung) auf 450 Millionen Euro, wie amprion-Sprecher schätzen. Die komplette Verkabelung sei ungleich teurer und komme aus Kostengründen nicht in Frage. Laut amprion soll die 380-kV-Leitung auf der bisherigen Trasse einer 220-kV-Leitung errichtet werden. Andreas Völker und seine Mitstreiter wünschen sich, dass die Strecke statt dessen entlang der A31 verläuft – weit weg von jeder Wohnbebauung. Diese Prüfung dauert nach Mitteilung der amprion noch bis Sommer.