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Teure Gutachten für den Aktenschrank

09.12.2007

Teure Gutachten für den Aktenschrank

<p>Diskutierte mit den Zuhörern: Thomas Leif (r.) mit AHG-Leiter Joachim Engelhardt. </p>

Ahaus Gnadenlos mit der Branche der Unternehmensberater rechnete der Chefreporter des SWR in Mainz, Dr. Thomas Leif, ab - und mehr als 150 Zuschauer im Fürstensaal hörten dem "Schlossgespräch" von Volkshochschule und Alexander-Hegius-Gymnasium zu.

Besonders stark kritisierte der Journalist die "Doppelzüngigkeit" der Branche: "Das Fundament für diesen Mythos ist eine perfekt gesteuerte Öffentlichkeitsarbeit mit einer gewaltigen PR-Maschine."

Geheimnis pflegen

Dies sei aber nur die eine Seite der Medaille, denn versuchten Journalisten Interviews oder Informationen von Firmen wie Roland Berger, The Boston Consulting Group oder anderen Unternehmensberatungen zu erhalten, herrsche eisiges Schweigen. Die ganze Branche lebe vom Nimbus des Geheimnisvollen. Bei vielen öffentlichen Gutachten werde von Fachleuten hinter vorgehaltener Hand schon von "Schrankware" gesprochen: Analysen für den Schrank.

In seinem Bestseller "Beraten und verkauft. McKinsey & Co." listet der promovierte Politikwissenschaftler Leif zahlreiche Beispiele auf, wo Unternehmen und auch Verwaltungen erhebliche Beträge investieren, aber keine nachhaltige Verbesserung für den Kunden eintrete. Besonders die Tagessätze, die zwischen 2000 und 5000 Euro pro lägen, prangerte er an.

Die Schuld treffe nicht die Branche allein, sondern auch Manager, die die Berater beschäftigten. Oftmals gebe es keine klaren Aufgabenstellungen. Der Trend sei aber, weniger Beratungsaufträge zu erteilen.

Dem Vortrag schloss sich eine vom Leiter des Alexander-Hegius-Gymnasiums, Joachim Engelhardt, geleitete Diskussion. So wollte ein Zuhörer wissen, ob denn alles an den Beratern schlecht sei. Nach kurzem Überlegen antworte der Fernseh-Journalist: "Eine Fähigkeit haben die Berater allerdings. Sie sind Meister im Zerlegen von Prozessen." Dadurch würden Schwachstellen sichtbar.

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