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Ursula von der Leyen und der Sprung auf den Arbeitsmarkt

Ministerbesuch

LEGDEN „Junge Leute, die Schwierigkeiten in der Schule haben, brauchen unsere Unterstützung auf den Weg in den Beruf“, fordert Arbeits- und Sozialministerin Ursula von der Leyen. Wie das konkret vor Ort aussehen kann, hat die Politikerin Dienstagmittag in Legden beobachten können – auf der Baustelle für das neue Pfarrhaus.

von Von Sylvia Lüttich-Gür

, 13.04.2010
Ursula von der Leyen und der Sprung auf den Arbeitsmarkt

Ursula von der Leyen auf der Baustelle in Legden.

Neun jungen Männer stehen dicht nebeneinander vor der roten Klinkermauer und setzen Stein auf Stein – auch noch, als die Limousine aus Hannover auf den Kirchplatz fährt. Die zierliche blonde Frau, die aussteigt, schüttelt schnell die Hände der Wartenden: von Bürgermeister Friedhelm Kleweken, Bauherrn Pfarrer Christian Dieker, Bauunternehmer Josef Scharlau und den Vertretern der örtlichen CDU, für die die Ministerin gerade auf Wahlkampftour ist quer durch Nordrhein-Westfalen. Beim Small Ralk mit Parteifreunden hält sie sich aber nicht lange auf und geht zügig zu den jungen Maurern.

„Dann zeigt mir mal, wie das funktioniert“, sagt sie und schiebt sich den gelben Helm auf dem Kopf zurecht. Niemand antwortet. Statt dessen blickt der Nachwuchs des Legdener Bauunternehmens Scharlau etwas verlegen auf die Mörtelkellen. Theoretisieren liegt vielen von ihnen nicht – das war schon in der Schule so. Dank spezieller Programme – etwa Nachhilfe im Unternehmen durch die Arbeitsagentur oder „Betrieb und Schule“ (BUS), das Förderpraktika vermittelt – haben sie doch den Sprung ins Berufsleben geschafft. Und dank Josef Scharlau. Der Unternehmenschef setzt sich als Obermeister seiner Innung und als Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses, besonders ein für junge Leute mit Startschwierigkeiten.

„Er gibt jedem eine Chance, dafür müssen sich die jungen Leute, darunter auch viele mit Migrationshintergrund, aber auch richtig einsetzen“, lobt die Ministerin. Das sei „genau die richtige Mischung“. Auf dem Ausbildungsmarkt sei der demographische Wandel bereits spürbar, so Ministerin von der Leyen. Vor wenigen Jahren sei noch das Hauptproblem gewesen, dass die Wirtschafts ausreichend Ausbildungsstellen zur Verfügung stelle. „Jetzt haben wir die Schwierigkeit, Bewerber zu finden, die die nötigen Fertigkeiten für die Ausbildung haben.“ Oder Unternehmer wie Scharlau, die bereit sind über Defizite hinweg zu sehen.