Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Verdacht des versuchten Totschlags - 19-Jähriger festgenommen

Motiv unklar

HEIDEN / BORKEN Ein 20-jähriger Mann ist am Ostersonntag offenbar brutal zusammengeschlagen worden. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Pressemitteilung am Mittwoch erklärten, hatte er großes Glück, dass er von Polizisten auf einem Acker gefunden wurde - sonst wäre er verblutet.

07.04.2010
Verdacht des versuchten Totschlags - 19-Jähriger festgenommen

Ein Zeuge meldete sich in der Nacht zu Ostersonntag gegen 4.45 Uhr bei der Polizei und gab an, Hilferufe gehört zu haben. Als die Beamten an der Kreuzung, die er angab, eintrafen, wurden sie durch mehrere Jugendliche angesprochen, die ebenfalls Hilferufe gehört hatten.  Einer der Polizisten entdeckte kurze Zeit später eine reglos auf einer angrenzenden Ackerfläche liegende Person. Es handelte sich um einen Schüler aus Borken. Der nicht ansprechbare 20-Jährige wurde mit einem Rettungswagen ins Borkener Krankenhaus gebracht, wo eine Notoperation erfolgte. Ohne die wäre das Opfer nach dem derzeitigen Ermittlungsstand verblutet. Er war offenbar brutal zusammengeschlagen worden.

Ermittlungen ergaben mittlerweile einen Verdacht gegen einen in Borken wohnhaften 19-jährigen Mann und zwei Heidener im Alter von 22 und 20 Jahren. Die drei Männer waren zuvor bereits als Zeugen vernommen worden, da sie den Samstagabend teilweise zusammen mit dem Geschädigten verbracht und dabei gemeinsam Alkohol konsumiert hatten. Da sich zwischenzeitlich gegen die Männer ein Tatverdacht ergeben hatte, wurden die Wohnungen der Verdächtigen durchsucht und der 19-jährige Borkener sowie der 22-jährige Heidener vorläufig festgenommen.

Nach den weiterführenden Ermittlungen hat der Borkener die Tathandlung begangen - das Motiv steht  noch nicht fest. Der teilweise geständige 19-Jährige, der vermutlich über einen Zeitraum von mehr als einer Stunde auf sein Opfer eingeschlagen und eingetreten hatte, wird jetzt dem Haftrichter vorgeführt. Die ermittelnde Staatsanwältin beantragte den Erlass eines Haftbefehls wegen des Verdachts des versuchten Totschlags. Am Mittwochnachmittag wurde der 19-Jährige dem Haftrichter vorgeführt, der einen Untersuchungshaftbefehl ausstellte. Der 22-jährige Heidener war nach den Ermittlungen ebenfalls zur Tatzeit am Tatort anwesend gewesen, hatte aber nicht eingegriffen, um dem Opfer zu helfen. Am nächsten Tag versteckte er das Mobiltelefon des Geschädigten, welches der Haupttäter an sich genommen hatte, in seiner Wohnung.

Ebenso half er dem Borkener am Sonntag die zur Tatzeit getragene Kleidung in einem Waldgebiet zu verstecken (die Kleidung wurde durch die Polizei zwischenzeitlich gefunden und sichergestellt). Der 22-Jährige wurde zwischenzeitlich wieder entlassen -  ihn erwartet ein Strafverfahren u.a. wegen "Unterlassener Hilfeleistung" und "Hehlerei". Der  20-Jährige Heidener war durch die beiden anderen Verdächtigen über die Tat informiert worden, so dass gegen ihn ein Strafverfahren wegen Strafvereitelung eingeleitet wurde.