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Von Ost nach West

Ahaus Schnell und unbürokratisch wurde die Idee der Schwestern Irina Haar und Elwira Kolmykov Realität. Sie wollten die Geschichte der Russland-Deutschen und damit auch ihre Geschichte im Rahmen einer Ausstellung lebendig werden lassen. "Innerhalb einer halben Stunde waren alle Formalitäten im Kulturamt bei Frau Dr. Karras erledigt", wundert sich Haar immer noch.

31.01.2008

Von Ost nach West

<p>Margarete Kronhardt kam im Jahr 1989 als erste Aussiedlerin aus dem russischen Kasachstan nach Ahaus. MLZ-Fotos (2) Meisel-Kemper</p>

Vor einem Jahr kam ihr bei der Rückkehr von einer Weiterbildung in Würzburg die Idee dazu. Schnell hatte sie ihre Schwester begeistern können. Ein Jahr der Recherchen und der Sammelarbeit bei deutschstämmigen Familien, die aus Russland nach Ahaus und Umgebung übergesiedelt waren, wurde durch die Ausstellung in der Villa van Delden belohnt. Bürgermeister Felix Büter äußerte sich wie die zahlreichen Besucher mehr als erstaunt über das Ergebnis. "Es geht um das Leben der Deutschen, die vor langer Zeit dem Ruf Katharinas der Großen nach Russland gefolgt sind", so Büter.

Weit über 36 000 Menschen tauschten ihre alte Heimat gegen eine neue. Rund 100 Jahre lebten sie als privilegierte Minderheit. Seit der Oktoberrevolution wurden sie verfolgt und unterdrückt. Rund 2,5 Millionen Menschen konnten nach Gorbatschows Öffnungspolitik den Weg zurück in die alte Heimat gehen. Haar bekräftigte zur Eröffnung den Willen der Russland-Deutschen, sich einzubringen und sich zu integrieren, ohne die eigene Identität aufzugeben. Sie haben nicht nur Gegenstände mitgebracht, die mit ihnen gewandert sind, sondern auch viele Erinnerungen und Gebräuche, die sie hier weiter pflegen möchten. Die Eltern der Schwestern kamen 1994 nach Ahaus, Elwira Kolmykov 1997 und Irina Haar erst 2003.

Erzwungene Umzüge

Die vielen erzwungenen Umsiedlungen kulminieren in der Legende des Mörsers aus dem Besitz der Familie Haar, der in der Ausstellung zu sehen ist. Im 19. Jahrhundert wurde er nach Russland mitgenommen von Vorfahren ihrer Familie, bis 1941 befand er sich im Wolgagebiet, von 1941 bis 1957 in Sibirien, danach bis 2003 in Kasachstan.

Neben Handarbeiten, Gemälden, Dokumenten und vielen persönlichen Gegenständen findet sich auch die Geschichte von Margarete Kronhardt dokumentiert. Sie kam 1989 als erste Aussiedlerin aus Kasachstan nach Ahaus. emk

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