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Walter Dües erinnert sich an Schulalltag 1926

Bernsmannskampschule

AHAUS Wenn die Bernsmannskampschule Ahaus mit Ablauf des Schuljahrs für immer ihre Türen schließt, endet eine fast 110-jährige Schultradition. Mit Walter Dües erinnert sich ein hochbetagter Ahauser an seine damalige Schulzeit.

03.04.2010
Walter Dües erinnert sich an Schulalltag 1926

1937: Schüler der Berufsschule mit Lehrer Tulinski vor der Rückseite der Schule.

„Es war Ostern 1926, als meine Schulzeit in obriger Schule begann. Es war Ostern 1934, als ich aus der achten Klasse entlassen wurde. Mein erstes Schuljahr verbrachte ich in einem Klassenzimmer auf der rechten Seite des Gebäudes. Hier war ein einstöckiger Schulraum nebst vorliegendem Flur angebaut. Der Eingang war von der Giebelseite.Als Lehrer hatten wir Herrn Bügener. Er brachte uns 72 Jungen mehr oder weniger gut durch die ersten vier Jahre. Wir saßen in langen Bänken jeweils vier oder fünf nebeneinander. In der Mitte war ein Durchgang. An der rechten Seite, an der Flurwand nahe der Eingangstür, stand ein sehr hoher schwarzer gusseiserner Ofen. Mit Holz und Kohle versuchten wir in der kalten Winterszeit wenigstens etwas Wärme zu bekommen. Das aber gelang nur in der Nähe des Ofens. Später wechselten wir in eine Klasse im Hauptgebäude. Ich erinnere mich, wenn die Glocke zur Pause geläutet wurde, stürmte alles auf den Schulplatz. Zum Ende der Pause ertönte die Glocke wieder. Klassenweise jeweils zu zweit nebeneinander hatten wir uns sternförmig in Richtung auf den Haupteingang aufzustellen. Das musste diszipliniert, ruhig und schnell geschehen. Erst wenn alle geordnet standen, gab der Pausenlehrer das Zeichen zum Einmarsch.

Ich denke an den Unterricht. An das Auswendiglernen, an die Schulausflüge. Der weiteste Klassenausflug mit dem Pengel-Anton nach Burgsteinfurt zum Bagno. Dort wurde ein Erinnerungsfoto der ganzen Klasse gemacht. Das Ergebnis war für heutige Vergleiche furchtbar. Ich denke an den Religionsunterricht, den immer einer der Priester hielt. Wenn der stattfand, war der einzige jüdische Schüler, mein Nachbar Erich Gottschalk, vom Unterricht befreit. Er wartete dann die Stunde im Flur vor unserer Klasse. Ich erinnere mich an den Auftrag des Lehrers, den einer der Schüler bekam, wenn ein neuer Rohrstock fällig war. Kaufen mussten wir ihn im Sattler- und Ledergeschäft Feldkamp in der Königstraße. Dabei kann ich mich gut an Herrn Feldkamp erinnern. Was er beim Kauf dachte, weiß ich nicht.

Aber er wusste, dass der gekaufte Stock in mancher Schülerhand und auf manchem Hinterteil dicke rote Striemen verursachen würde. Gründe gab es für die Lehrer genügend, wenn auch sehr im Unterschied zwischen Häufigkeit und Härte. Deshalb war die Entscheidung beim Kauf des Stockes, die wir selbst zu treffen hatten, nicht leicht. Sollte er dünn oder lieber dicker sein? Herr Feldkamp hat uns darin nie beraten.“