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Alle unter einem Dach

DÜSSELDORF Paradigmenwechsel bei der SPD: In NRW will sich die Partei endgültig vom gegliederten Schulsystem verabschieden.

Alle unter einem Dach

Hannelore Kraft will radikale Veränderungen.

Die entscheidende Passage steht im Antrag A 1 auf Seite 10 oben: „Deshalb streben wir in der langfristigen Perspektive ein vollständig integratives System an“. Nach Jahrzehnten schulpolitischen Ringens will die SPD am Samstag in Bochum endgültig Abschied vom gegliederten Schulsystem in NRW nehmen – und damit von Hauptschule, Realschule und Gymnasium. "Maßgeblich verändern" Zwar zunächst über den Weg einer Gemeinschaftsschule, in der alle Kinder nach der Grundschule bis zur Klasse sechs gemeinsam lernen und von Klasse sieben bis zehn die bestehenden Schulformen noch eine Galgenfrist erhalten – aber bereits in diesem Stadium alle unter einem Dach und mit einem Lehrerkollegium. „Wir werden die Schulen maßgeblich verändern – das ist unser Ziel“, kündigte die SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Hannelore Kraft im Landtag an. Und will mit dieser Botschaft offensiv in den Landtagswahlkampf 2010 ziehen.Paradigmenwechsel Der historische Paradigmenwechsel im Schulsystem, im Wahlkampf 2005 von der damaligen SPD-Schulministerin Ute Schäfer noch vehement abgelehnt, ist unbestrittenes Kernstück des Antrags „Die beste Bildung für alle“, mit dem der Landesvorstand die Delegierten des Bochumer Sonderparteitages hinter sich bringen will. Mittelweg Gemeinschaftsschule Das gut 30-seitige Papier beschreibt ein einzigartiges geschlossenes Konzept von der frühkindlichen Bildung im Kindergarten bis zur Universität und zur Erwachsenen-Weiterbildung, das im Wesentlichen beitragsfrei gestaltet werden soll. Bei der Umstellung des Schulsystems fährt das Papier mit der Konstruktion der Gemeinschaftsschule einen Mittelweg. Und zwar zwischen den Anhängern eines „Zwei-Säulen-Modells“, das die Gymnasien erhält und die übrigen Schulen zusammenfasst, und den Befürwortern eines Gesamtschulsystems, das von sofort an keine anderen Schulformen mehr zulässt.Kein Zwei-Säulen-Modell Beiden Gruppierungen innerhalb der SPD erteilte Kraft gestern jedoch eine klare Absage: Das „Zwei-Säulen-Modell“ mache keinen Sinn, weil es gemeinsames Lernen verhindere und zwei „Schubladen“ schlimmer seien als vier. Die „bildungsbewegten“ Radikalreformer hingegen übersähen das Problem, alle Lehrer, Eltern und Schüler auf diesem Weg mitnehmen zu müssen.

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