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Alles wieder beim Alten

Bundesliga-Trainerspiel

SCHWERTE Spieler kaufen, elf Mann auf den Rasen schicken und bei glücklichem Händchen Punkte sammeln - beim Bundesliga-Trainerspiel der Ruhr Nachrichten können Fußball-Begeisterte zeigen, ob sie wirklich Experten sind. Das will auch Thomas Redel aus Schwerte beweisen, der in unserer wöchentlichen Kolumne von seinem Dasein als Online-Trainer berichtet.

von Von Thomas Redel

, 07.04.2010

Alles wieder beim Alten: Die Roten sind wieder vorne, und das nach einem verdienten 2:1-Erfolg im so genannten Spitzenspiel auf Schalke. Das war nix, von beiden Seiten. Den Bayern reichten zwei Minuten, um das Spiel zu gewinnen und die Blauen waren nicht in der Lage, eine 45-minütige Überzahl auszunutzen. So einfallslos kann man gegen München nicht spielen. Ich glaube, dass der Platzverweis von Altintop den Bayern sogar in die Karten gespielt hat. So konnten sie sich zurückziehen und geschickt gegen harmlose Schalker verteidigen. Fakt ist, dass die Magath-Elf seit Wochen am oberen Limit spielt und sie irgendwann an ihre Grenzen stößt. Das war am Samstag der Fall. Gut waren die Bayern auch nicht, aber cleverer. Wie ich schon vor Wochen gesagt habe, glaube ich sowieso, dass die Bayern Meister werden. Nicht weil sie so überragend sind, aber allen anderen fehlt die Konstanz.

Aber bei der Regelauslegung stimmt doch was nicht. Bei der Abseitsregel – im Zweifelsfall für den Angreifer – kommen irgendwie immer die Bayern in den Genuss. Ist das eine Option, die man wie beim Monopoly vor der Saison kaufen kann? Auch die rote Karte gegen Bordon war ziemlich hart, auch wenn er vorher schon hätte gehen müssen. Das Foul von van Buyten war heftiger, da blieb der Pfiff aber aus. Aber egal, sollen sie doch Meister werden. Zur Strafe müssen sie dann wieder bei der Meisterfeier die Lederhosen anziehen. Samstag müssen die Blauen nach Hannover, einem Gegner der auf einem Abstiegsplatz steht. Was haben die zu verlieren. Das wird nicht einfach.

Zwei verschiedene Halbzeiten werden bei der Borussia so langsam zur Tradition. So auch gegen Werder Bremen. Die einen sagten mir, Borussia war bärenstark, die anderen, dass Werder echt schlecht war. Aber alle sprechen von einem sehr guten Spiel mit einem verdienten, aber glücklichen Erfolg des BVB. Ein Angriffsfeuerwerk der Werderaner in der zweiten Halbzeit stellte die Borussen vor erhebliche Probleme, die allerdings mächtig viel Räume nach vorne hatten – leider ohne Erfolg. Somit ist der Rückstand nach der erneuten Leverkusener Pleite auf Platz drei auf einen Punkt geschmolzen. Da geht was. Aber Vorsicht am Samstag in Mainz, die sind nicht ungefährlich.

Kommen wir zu Paolo Guerrero, einem Stürmer mit Flugangst und einem fetten Ferrari vor der Tür. Da ballert der einem Zuschauer aus zehn Metern eine Trinkflasche vor den Kopf, weil der es gewagt hat ihn zu kritisieren. Den Vogel würde ich sechs Monate Sperren, oder wenn er nicht so eine Flugangst hätte, könnte man ihn nach Hause schicken. Das geht gar nicht. Verdient ein paar Milliönchen, gurkt sich was zurecht und ist eingeschnappt.  So stelle ich mir einen Profi vor. Wenigsten ist der Ferrari nach dem Spiel nicht angesprungen. Punktemäßig finde ich mich irgendwo um Platz 2350 wieder, totales Mittelmaß. Die 75 Punkte sind in Ordnung, wenn ich durch den Kurzurlaub nicht vergessen hätte, dass der Frings gesperrt ist. Schön verpennt! Auf ein erfolgreiches Wochenende und Glück auf.  

Thomas Redel ist ehemaliger Trainer der Zweitvertretung des Geisecker SV und Pressesprecher des Tennisclubs Rot-Weiß Schwerte, für den er auch bei den Herren 40 spielt. Redel nimmt am Bundesliga-Trainerspiel der Ruhr Nachrichten teil und schreibt in einer regelmäßigen Kolumne über den Stand der Dinge.