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An und über Grenzen

DORSTEN Josef Brünninghoff hat viel zu erzählen. Kein Wunder, wenn man in sieben Tagen mit dem Fahrrad rund 960 Kilometer quer durch Europa gefahren ist.

04.10.2007

Zusammen mit anderen Fahrern aus Dorsten, Marl und Recklinghausen bildet Brünninghoff seit Jahren eine Trainingsgruppe, die sich jeden Montag trifft, um gemeinsam bis zu 90 Kilometer abzureißen. Das ist allerdings noch längst nicht alles. "Auf unseren gemeinsamen Touren holen wir uns nur die nötige Tempohärte. Die Konditionsarbeit leistet jeder für sich selbst an den anderen Tagen", erklärte der rüstige Rentner, der selber im letzten Jahr auf rund 12.500 Trainingskilometer kam.

Zehn Stunden im Sattel

Und eine gute Kondition brauchte die Gruppe auch, denn gemeinsam starteten die 13 Fahrer Mitte September bei der Europa-Tour 2007. Zusammen mit 130 Amateur-Fahrern aus Belgien, Frankreich, Italien, Holland, Österreich, der Schweiz und sogar den USA verbrachten Brünninghoff und seine Mitstreiter täglich bis zu zehn Stunden im Sattel.

"Auch wenn das Tempo nicht übertrieben hoch war, musste jeder von uns während der Tour einige Male an seine Grenzen gehen", erzählte der Marler Frank Dollendorf beim Nachtreffen am Montag in Dorsten. Vor allem die dritte Etappe von Lüttich nach Bitburg hatte es in sich. Die Fahrer mussten 170 Kilometer und 1800 Höhenmeter bei strömenden Regen und Temperaturen unter 10 Grad bewältigen. Für diese Strapazen wurde das Feld aber am nächsten Tag entschädigt, als die Tour bei herrlichem Wetter 80 Kilometer an der Mosel entlang führte.

Prolog in Antwerpen

Ein weiteres Highlight der Tour wartete bereits beim Start in Antwerpen auf die Fahrer. Nach einer Ansprache des Bürgermeisters ging das Peloton mit einer Polizei-Eskorte auf den rund 100 Kilometer langen Prolog durch die belgische Diamantenmetropole. Anschließend führte die Tour über Bitburg, Saarlouis, Straßbourg und Mulhouse zum Ziel nach Rheinfelden. Dort wurden die Fahrer von einem Autokorso bis zum Empfang auf dem Marktplatz begleitet. Über die Ausdauer der Fahrer wunderte sich anschließend auch der DJ der Abschlussfeier: "Ihr habt fast 1000 Kilometer in den Beinen und seid immer noch nicht kaputt!"

Spontan-Applause

Neben den kulturellen und landschaftlichen Eindrücken der Tour ist bei allen Teilnehmern vor allem die Kollegialität unter den Fahrern hängen geblieben. "Jeder hat dem Anderen geholfen und Rücksicht genommen. Es ist schon erstaunlich, dass die komplette Tour ohne einen größeren Sturz über die Bühne gegangen ist", so Brünninghoff. Auch die Reaktionen der Menschen am Straßenrand werden die Fahrer nie vergessen. "Gerade Belgien und Frankreich sind Radsport-verrückte Länder. Wenn die Leute uns gesehen haben, wurde spontan applaudiert", erzählte Dollendorf.

Insgesamt sei es schwer, das schönste Erlebnis der Tour auszumachen: "Die sieben Tage waren ein einziges großes Highlight", so Brünninghoff. gg