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Angelo Kelly, seine neue Family und das irische Herz

Berlin. Kellys überall: Maite tanzte und ist jetzt Schlagerstar, Joey ist der Ironman, Paddy legte ein musikalisches Comeback mit neuen Songs hin - und seine Kelly Family ohne ihn eins mit ihren alten. Jetzt will es auch der jüngste Kelly wissen.

Angelo Kelly, seine neue Family und das irische Herz

Angelo Kelly führt die Familientradition fort. Foto: Jens Kalaene

Fast ein Vierteljahrhundert ist es her, dass Angelo Kelly als kleiner blonder Engel die Charts stürmte. „An Angel“ wurde zu dem wohl größten Hit der Kelly Family, Angelo war der jüngste Spross der Großfamilie - und ein Megastar.

Zwar hat die Kelly Family auch ohne ihre berühmten Mitglieder Paddy und Maite eine durchaus beachtenswerte musikalische Wiederauferstehung hingelegt, doch das reicht Angelo Kelly offenbar nicht. Er hat jetzt ohne seine großen Geschwister ein Album aufgenommen. „Irish Heart“ von Angelo Kelly & Family ist ein Mix aus Eigenkompositionen und irischen Volksliedern.

Allein war der inzwischen schon 36-Jährige dabei allerdings trotzdem nicht - ganz im Gegenteil. Er hatte die Unterstützung seiner ganz eigenen Kelly Family, seiner Frau Kira, die er schon als Neunjähriger beim Spielen auf der Straße in Warnemünde kennenlernte, und der fünf gemeinsamen Kinder. Aufgenommen wurde das Album, für das nicht nur Angelo, sondern auch Kira und die Kinder Lieder geschrieben haben, laut Pressetext größtenteils mitten in der Natur im irischen Donegal.

„Can you feel my irish heart beating“ (Fühlst du mein irisches Herz schlagen)? heißt es im relativ schlicht gehaltenen, eingängigen Titelsong des Albums und „I'm irish down to the core“ (Ich bin durch und durch irisch). Die Kelly Family stammt ursprünglich aus Irland und auch Angelo lebt mit seiner Familie nach drei Jahren im Wohnmobil inzwischen dauerhaft dort.

„Die Iren haben nie viel gehabt, aber sie haben Lebensfreude, die Lust an der Musik, dem Tanz, den Geschichten und sie haben Humor. Und sie haben immer dafür gekämpft, sich diese Freude zu erhalten“, sagt Angelo Kelly. Sein Urgroßvater sei während der Hungersnot als Siebenjähriger „mit einer Fiddle in der Hand“ nach Amerika ausgewandert. Diese Werte habe er an die folgenden Generationen weitergereicht und Angelo habe sie von seinem Vater übernommen.

Dieser Vater, Dan Kelly, war es, der aus seiner Großfamilie eine Band machte und sie in den 1990er Jahren aus Fußgängerzonen auf Stadionbühnen und unzählige „Bravo“-Cover führte.

Angelos älterer Bruder Paddy, der als musikalisches Mastermind der Kelly Family galt und fast alle ihre Hits geschrieben hat, zog bei seinem deutlich rockigeren Comeback 2015 eine klare Grenze. Er nennt sich heute bei seinem vollen Namen Michael Patrick Kelly, trägt das Haar kurz und läutete seine Rückkehr auf die großen Bühnen mit dem Song „Shake Away“ ein, in dem er sang, er wolle die alten Ketten abschütteln.

Angelo, heute selbst Vater in einer Großfamilie, trägt sein Haar noch immer lang und schlägt mit „Irish Heart“ einen ganz anderen Weg ein: Er führt die musikalische Tradition der Kelly Family mit seiner eigenen Großfamilie ganz explizit weiter. Dafür lässt er auch Frau und Kinder singen und Lieder schreiben. Als 13-Jähriger schrieb Angelo für Kira den Kelly-Family-Mega-Hit „I Can't Help Myself“, Jahrzehnte später revanchiert Kira sich auf dem neuen Album mit „Like The Movies“ über eine Liebesgeschichte wie im Film.

Die Songs auf dem neuen Album, die nicht wie „Paddy On The Railway“ und „Lord Of The Dance“ aus dem irischen Lieder-Gemeingut stammen, erinnern insgesamt stark an die Kelly Family der 90er Jahre. „Fly Away“, geschrieben von Tochter Helen, oder „Let Go“ - ein Duett zwischen Angelos Frau Kira und dem ältesten gemeinsamen Sohn Gabriel, hätten auch auf dem Album „Over The Hump“ aus dem Jahr 1994 erscheinen können. Etwas moderner klingt dagegen „Love Side Effects“, den Angelos ältester Sohn Gabriel geschrieben hat.

Das gilt insgesamt für die neue Platte: sehr traditionell, ein bisschen unmodern, aber durchaus sympathisch und ein Soundtrack für einen sommerlichen Roadtrip über die grüne Insel.

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