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Jackson-Prozess

Anklage fährt schwere Geschütze auf

Los Angeles Im Prozess um den Tod von Popstar Michael Jackson haben nun die Geschworenen das letzte Wort. Nach emotionalen Schlussplädoyers um die Schuld des Arztes Conrad Murray soll die Jury mit ihren Beratungen beginnen.

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Ein nachdenklicher Conrad Murray.

Murrays Verteidiger Ed Chernoff wendet sich an die Jury.

Staatsanwalt David Walgren mit Beweismaterial.

Zweieinhalb Jahre nach dem Tod von Michael Jackson liegt das Schicksal seines früheren Leibarztes nun in der Hand der Geschworenen. Am Freitag sollten die sieben Männer und fünf Frauen erstmals ihre Beratungen aufnehmen. Am Donnerstagabend (Ortszeit) hatte der Richter in Los Angeles den zwölf Geschworenen aufgetragen, ein einstimmiges Urteil zu finden. In ihrem Plädoyer fuhr die Anklage zuvor schweres Geschütz auf. Staatsanwalt David Walgren rief die Geschworenen dazu auf, den wegen fahrlässiger Tötung angeklagten Herzspezialisten Conrad Murray (58) schuldig zu sprechen. Der Mediziner habe den Tod des Sängers „grob fahrlässig“ und „direkt“ verschuldet. Murray habe seinem Patienten das Narkosemittel Propofol gespritzt und ihn dann alleine gelassen. Er habe im Polizeiverhör gelogen, Sanitätern und Medizinern wichtige Informationen verschwiegen und nur an seinen eigenen Vorteil gedacht.

Murrays Verteidiger Ed Chernoff hielt dagegen, dass die Anklage Murrays Schuld an einer Überdosis Propofol nicht glaubwürdig bewiesen habe. Vielmehr deute alles darauf hin, dass Jackson sich selbst die tödliche Dosis spritzte, als sein Arzt nicht im Raum war. Chernoff warnte die Juroren, dass die Anklage von ihnen verlangte, „Conrad Murray für die Taten von Michael Jackson“ zu verurteilen. Der Mediziner sei nur „ein kleiner Fisch in einem großen schmutzigen Teich“, sagte Chernoff über die vielen Ärzte, von denen sich der Popstar über Jahre hinweg mit starken Medikamenten versorgen ließ.

Jacksons Mutter Katherine und seine Schwester La Toya wischten sich Tränen weg, als die Rede auf die Kinder des Sängers kam, berichtete das Promi-Portal „People.com“. Wegen Murrays Taten hätten Paris, Prince und Blanket ihren Vater verloren, führte Walgren im Gerichtssaal aus. „Für Michaels Kinder geht dieser Fall ewig weiter, weil sie keinen Vater mehr haben.“ Die Beweise gegen Murray seien „überwältigend“, sagte der Anklagevertreter. In den vergangenen sechs Wochen waren 49 Zeugen, darunter Mediziner, Sachverständige, Angestellte Jacksons und Patienten Murrays, zu Wort gekommen. Mehr als 300 Tabellen, Fotos, Videos und andere Beweismittel wurden den fünf Frauen und sieben Männern der Jury vorgelegt. Murray selbst war nicht in den Zeugenstand getreten. Laut Autopsiebericht führte eine „akute Vergiftung“ mit Propofol im Mix mit anderen Medikamenten im Juni 2009 zu Jacksons Tod. Im Falle eines Schuldspruchs drohen Murray bis zu vier Jahre Haft und der Entzug seiner ärztlichen Lizenz.

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Ein nachdenklicher Conrad Murray.

Murrays Verteidiger Ed Chernoff wendet sich an die Jury.

Staatsanwalt David Walgren mit Beweismaterial.

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