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Anklage fordert nach Tod eines Streitschlichters Haftstrafe

Ibbenbüren. Im Prozess um den tragischen Tod eines Streitschlichters hat der Staatsanwalt eine Haftstrafe von mehr als zwei Jahren für die beiden Angeklagten gefordert. Das Brüderpaar habe im März 2017 an einer Tankstelle in Ibbenbüren derart aggressiv auf einen Bekannten eingeprügelt, dass dieser von Panik getrieben mit seinem Auto fliehen wollte und immer wieder vor- und zurücksetzte. Dabei war der 73 Jahre alte Streitschlichter mehrmals überrollt worden.

Anklage fordert nach Tod eines Streitschlichters Haftstrafe

Das Amtsgericht Ibbenbüren. Foto: Friso Gentsch/Archiv

Der ältere Mann habe in einem „Akt der Zivilcourage“ schlichtend eingreifen wollen, betonte der Staatsanwalt in seinem Schlussplädoyer am Dienstag vor dem Amtsgericht Ibbenbüren. Die 25 und 26 Jahre alten Brüder hätten die dramatischen Folgen ihrer fünfminütigen Attacke auf den Autofahrer absehen müssen und seien daher neben der gefährlichen Körperverletzung auch der fahrlässigen Tötung schuldig zu sprechen, sagte der Staatsanwalt.

Dem widersprachen die Anwälte der Angeklagten. Zwar räumten die beiden Männer den Angriff auf den Fahrer ein. Welche Gefahr sich daraus für alle Beteiligten ergeben habe, sei aber nicht vorhersehbar gewesen. Die Verteidigung sieht den Fahrer in einer Mitverantwortung. Die Ermittlungen gegen ihn waren eingestellt worden, weil er nach Einschätzung eines Sachverständigen den 73-Jährigen nicht hatte sehen können. Das Gericht wollte am Nachmittag ein Urteil verkünden.

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