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Immer weniger ohne Job

Arbeitslosenzahl in NRW sinkt unter 700.000

Düsseldorf/Nürnberg Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in NRW setzt sich fort und soll auch noch bis Ende des Jahres anhalten. Was danach kommt, ist ungewiss. Experten befürchten, dass die Exporte unter der weltwirtschaftlichen Gesamtsituation leiden könnten.

Arbeitslosenzahl in NRW sinkt unter 700.000

Auch im Oktober konnten wieder mehr Menschen in einen Beruf vermittelt werden.

Die Zahl der Arbeitslosen in Nordrhein-Westfalen ist zum ersten Mal seit 17 Jahren auf weniger als 700.000 gesunken. Im Oktober waren 691.794 Menschen ohne Job. Das sind 1,9 Prozent weniger als im September. Gegenüber Oktober 2010 ging die Zahl sogar um 5,8 Prozent zurück. Die Arbeitslosenquote lag im Oktober bei 7,7 Prozent, nach 7,8 Prozent im September.

Zumindest bis Ende des Jahres werde der positive Trend sich fortsetzen, erklärte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Düsseldorf. Angesichts der nach unten korrigierten Wirtschaftserwartung sei es aber ungewiss, ob diese Entwicklung auch im kommenden Jahr noch anhalten werde.

„Mit Blick auf den zunehmenden Fachkräftebedarf der Realwirtschaft sind negative Signale bei der Arbeitskräftenachfrage derzeit noch nicht erkennbar“, sagte die Chefin der Regionaldirektion, Christiane Schönefeld. Aber: „Risiken für die exportorientierte NRW-Wirtschaft durch die weltweite Verunsicherung der Finanzmärkte bleiben präsent.“

NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) erwartet für das nächste Jahr eine gedämpftere Stimmung auf dem Arbeitsmarkt. „Man muss damit rechnen, dass die Auftragssituation insbesondere in der exportorientierten Industrie nicht mehr so positiv bleibt - und dann wird mit zeitlicher Verzögerung auch die Beschäftigungssituation schlechter“, sagte er im Radiosender WDR5. Aktuell könne von einem Einbruch bei den Jobzahlen aber nicht die Rede sein. „Wir haben im Moment volle Auftragsbücher.“ Im August - dem aktuell vorliegenden Monat - exportierten Unternehmen aus NRW Waren im Wert von 14,2 Milliarden Euro. Dies seien 10 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte das Landesamt für Statistik mit. Im September allerdings lagen die Auftragseingänge aus dem Ausland im verarbeitenden Gewerbe um zwei Prozent unter dem Vorjahreswert.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Oktober um 59.000 auf 2.737.000 gesunken. Das waren 204.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Punkte auf 6,5 Prozent zurück. Vor einem Jahr hatte sie bei 7,0 Prozent gelegen. Damals waren 204.000 mehr Arbeitslose registriert. Im Vergleich zum Vormonat hat der Herbstaufschwung an Fahrt verloren, im September hatte sich die Zahl der Jobsuchenden noch um 149.000 verringert. Ein Großteil der saisonalen Belebung dürfte sich auf den September konzentriert haben, deshalb sei die Entwicklung im Oktober schwächer ausgefallen, teilte die BA mit.

„Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hat sich alles in allem fortgesetzt“, sagte BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise. „Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist zurückgegangen. Die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wachsen weiter, und die Nachfrage nach Arbeitskräften ist hoch.“ Weise warnte zwar vor den Risiken durch die EU-Schuldenkrise und die Sorgen um die Weltwirtschaft, er erklärte aber auch: „Eine Trendwende sehen wir im Moment noch nicht.“ Die Nachfrage nach Arbeitskräften lag auch im Oktober auf hohem Niveau. 500.000 Stellen waren offen gemeldet - und damit 99.000 mehr als im Vorjahresmonat. Saisonbereinigt stieg die Arbeitslosenzahl im Oktober um 10.000 auf 2,941 Millionen. Im Westen und im Osten nahm die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl jeweils um 5.000 zu.

Der starke Rückgang der Arbeitslosigkeit in den vergangenen Monaten hat das Defizit der Bundesagentur für Arbeitm (BA) weiter sinken lassen. BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise rechnet für dieses Jahr nur noch mit einer Finanzlücke von rund 500 Millionen Euro, wie er am Mittwoch in Nürnberg sagte. Noch zum Jahresanfang hatte die BA mit einem Defizit von 5,4 Milliarden Euro gerechnet, dies aber später auf 1,9 Milliarden korrigiert. Nach dem starken dritten Quartal werde auch diese Defizithöhe unterschritten, sagte Weise.













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