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Arbeitslosenzahl sinkt 2017 auf Rekordtief

Viele rechneten mit einem anhaltenden Jobaufschwung - dass sich 2017 aber zu einem Top-Arbeitsmarktjahr entwickeln würde, erwartete kaum ein Experte. Aber selbst für die Bundesagentur für Arbeit ist klar: Ein solcher Boom dürfte sich vorerst nicht wiederholen.

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Nürnberg

, 03.01.2018
Arbeitslosenzahl sinkt 2017 auf Rekordtief

Die Arbeitslosenquote lag im vergangenen Monat unverändert bei 5,3 Prozent. Foto: Julian Stratenschulte

Mit einer historisch niedrigen Arbeitslosigkeit ist 2017 selbst der Jobboom der beiden Vorjahre noch übertrumpft worden.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren 2017 im Jahresschnitt 2,553 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit, dies sind 158.000 weniger als im Jahr davor. Damit sank die durchschnittliche Jahresarbeitslosigkeit im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Wert seit der deutschen Wiedervereinigung: Die Arbeitslosenquote lag 2017 bei 5,7 Prozent - und damit um 0,4 Prozentpunkte niedriger als im Jahr davor.

Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, zeigte sich mit der Entwicklung zufrieden: „Das ist aus unserer Sicht außerordentlich bemerkenswert“, sagte er. Schließlich habe der Arbeitsmarkt im Vorjahr in größerem Umfang arbeitslose Flüchtlinge zu verkraften gehabt. Für 2018 rechnet er dagegen mit einer Abkühlung des Booms. Die Zahl der Arbeitslosen werde zwar erneut sinken - voraussichtlich aber nur noch um 60.000. „Arbeitssuchende Flüchtlinge werden die Entwicklung etwas dämpfen“, prognostizierte Scheele.

Als seine Hauptaufgabe für 2018 sieht Scheele es an, „die rund 600.000 entstehenden Arbeitsplätze zeitnah zu besetzen“. Zudem werde man dafür sorgen müssen, dass auch benachteiligte Gruppen am Arbeitsmarkt beteiligt werden. Dazu gehöre, nicht nur mehr Frauen für das Arbeitsleben und EU-Zuwanderer für den deutschen Arbeitsmarkt zu gewinnen, sondern auch Langzeitarbeitslose unterzubringen. „Über dem Jahr 2018 wird aus meiner Sicht stehen: Gute Besetzung der zusätzlichen Arbeitsplätze - unter Beachtung jener Menschen, die es etwas schwerer haben,“ sagt Scheele.

Der BA-Chef ist zuversichtlich, die Zahl der Langzeitarbeitslosen 2018 weiter kräftig drücken zu können. „Wir sind ja seit einigen Monaten bei weniger als 900.000 Langzeitarbeitslosen. Es wäre schon schön, wenn wir im Laufe des Jahres auf unter 800.000 kämen“, sagte er. Im Dezember waren bei der Bundesagentur 852.000 Männer und Frauen registriert, die länger als ein Jahr arbeitslos waren. Dies waren 84 000 weniger als vor einem Jahr. Über viele Jahre hinweg hatte die Zahl der Langzeitarbeitslosen bei rund einer Million verharrt.

Insgesamt waren im Dezember 2,385 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit. Das waren zwar weiterungsbedingt 17.000 mehr als im November, aber 183.000 weniger als im Jahr davor. Der Dezember-Anstieg fiel damit ungewöhnlich moderat aus. Dadurch verharrte zum Jahresende die Quote bei 5,3 Prozent. Ohne die jahreszeitlichen Effekte - die in Außenberufen übliche Winterarbeitslosigkeit - wäre die Zahl der Erwerbslosen gar um 29 000 gesunken, gab Scheele zu bedenken. Rechnet man allerdings auch jene Arbeitslosen hinzu, die am Jahresende 2017 Trainingskurse und Fortbildungen absolvierten, lag die Zahl der Jobsucher um gut 100.000 höher bei 3,377 Millionen.

Leicht entspannt hat sich im Dezember die Situation bei der Flüchtlingsarbeitslosigkeit. Der seit zwei Jahren andauernde Anstieg ist seit dem Spätherbst zum Stillstand gekommen, die Zahl der als arbeitslos registrierten Flüchtlinge geht inzwischen sogar leicht zurück. Ihre Zahl lag im Dezember bei 171.000. Zählt man jene hinzu, die Integrations- und Förderkurse der Bundesagentur absolvieren, betrug die Zahl der Job suchenden Flüchtlinge im Dezember 414.000. Inzwischen fänden immer mehr Menschen aus den acht nichteuropäischen Asylherkunftsländern eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung; im Oktober waren es nach BA-Angaben 202.000.

Die Menschen haben dabei offensichtlich von dem weiter wachsenden Jobangebot profitiert. Denn die Zahl der Erwerbstätigen stieg nach Angaben des Statistischen Bundesamtes allein im November um 50.000 auf 44,74 Millionen. Das waren 613.000 Arbeitsplatze mehr als vor einem Jahr. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm nach Hochrechnungen der Bundesagentur im Oktober saisonbereinigt um 69.000 zu. Damit hatten 32,79 Millionen Menschen in Deutschland zuletzt einen regulären Job - 743 000 mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl der offenen Stellen lag im Dezember bei 761.000.

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