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Arminia Bielefeld

Nach jahrelangem Dasein als klassische Fahrstuhlmannschaft ist Arminia Bielefeld auf dem besten Weg, sich in der obersten Etage des deutschen Fußballs häuslich einzurichten. Hatten viele Experten die «Blauen» nach der für ostwestfälische Fußball-Verhältnisse spektakulären Saison 2004/05 mit dem viel beachteten «Konzept-Fußball» unter Trainer Uwe Rapolder vor allem wegen dessen Weggangs in der vergangenen Spielzeit als «Absteiger Nr. 1» auf der Rechnung, sind derartige Prognosen nach Abschlussrang 13 schon vor der aktuellen Spielzeit seltener geworden.

Und auch in der zweiten Saison unter Trainer Thomas von Heesen schien Bielefeld die gewachsenen Erwartungen bestätigen zu können. Die Mannschaft spielte in der Hinrunde insbesondere defensiv auf gehobenem taktischen Niveau, Ausfälle von Stammspielern wurden kaum merklich kompensiert und im Vergleich zu 2005/06 wurde auch das offensive Spiel über die Außenpositionen verbessert - nicht zuletzt durch die individuelle Klasse der Neuen Jörg Böhme und Jonas Kamper.

Dennoch war in der Hinrunde von zufriedener Ruhe wenig zu spüren. Oft bestimmte der interne Machtkampf zwischen dem bei Spielern und Fans beliebten von Heesen und Sportdirektor Reinhard Saftig die Schlagzeilen. Es entwickelte sich ein unansehnliches Hickhack mit permanenten gegenseitigen Spitzen und von Heesens ziemlich öffentlichem Flirt mit Borussia Dortmund. Im Winter waren die Gräben dann offensichtlich schon zu tief für eine langfristige gemeinsame Zukunftsplanung. Noch vor dem Beginn der Rückrunde gab von Heesen bekannt, dass er seinen Ende Juni auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird.

Als nach der Winterpause dann auch der sportliche Erfolg ausblieb, versammelte von Heesen seine Mannschaft nach dem 0:1 am 21. Spieltag bei Bayern München in der Kabine, um mitzuteilen, was intern schon vorher beschlossen worden war: Der Vertrag des 45-Jährigen mit der Arminia wird aufgelöst und schon am nächsten Tag übernahm sein Co-Trainer Frank Geideck das Ruder bei der Arminia. Doch auch dem 39-Jährigen gelang es nicht, den freien Fall zu stoppen. Nach nur einem Sieg in vier Spielen unter Geideck stürzte Bielefeld auf den 17. Tabellenplatz ab.

Die Vereinsführung reagierte erneut und präsentierte einen alten Bielefelder Bekannten als Helfer in der Not: Ernst Middendorp unterschrieb einen Vertrag bis 2008, Geideck rückte wieder ins zweite Glied. Middendorp war nur wenige Tage zuvor beim südafrikanischen Spitzenclub Kaizer Chiefs entlassen worden. Die Clubführung ist zuversichtlich, dass er bei seinem dritten Engagement in Bielefeld ähnlich erfolgreich arbeitet wie in den Jahren 1988 bis 1990 und 1994 bis 1998. Der als «Hardliner» bekannte Middendorp, der in den vergangenen Jahren Erfahrungen in Ghana, Iran und Südafrika sammelte, wird im sportlichen Bereich das alleinige Sagen haben und auch die Planungen für das kommende Jahr vorantreiben - unabhängig von der Ligazugehörigkeit.

Das Aufgebot:

Tor: 1* Mathias Hain, 23 Marc Ziegler, 28 Pascal Formann

Abwehr: 2 Markus Schuler, 3 Marcio Borges, 4 Petr Gabriel, 6 Markus Bollmann, 8 Tobias Rau, 16 Heiko Westermann, 19 Bernd Korzynietz, 30 Nils Fischer

Mittelfeld: 5 Rüdiger Kauf, 7 Torben Marx, 10 Fatmir Vata, 11 David Kobylik, 13 Tim Dannenberg, 14 Jonas Kamper, 17 Umut Kocin, 20 Jörg Böhme, 21 Ioannis Masmanidis, 24 Marcel Ndjeng, 25 Kamil Vacek, 31 Radim Kucera

Angriff: 9 Christian Eigler, 15 Abdelaziz Ahanfouf, 18 Artur Wichniarek, 22 Sibusiso Zuma

* Zahl ist jeweils die Rückennummer

(Stand: März 2007)

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