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Aus Boys werden Dads: Take That

KÖLN Die Kölnarena kochte. Zwar nicht ganz ausverkauft, bereiteten gut 13 000 Fans dem Resttrio von Take That am Montagabend einen lautstarken Empfang. Es war ein fast perfekter Start für die kleine Deutschlandtour im Rahmen der „Beautiful World 2007“-Welttournee.

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Aus Boys werden Dads: Take That

Die Boyband Take That am Montag in der KölnArena.

Genauso ist das mit dem Älterwerden. Hundert Mal hat man den Salto rückwärts mit Spagat gemacht, nie Probleme, und dann plötzlich - man geht auf die 40 zu - reißt irgendwas. Und schon kann man nur noch Videobotschaften schicken, statt im Popkonzert aufzutreten. Eben das erlebt zurzeit Howard Donald (39), Mitglied der neuerdings wieder sehr erfolgreichen Boyband Take That. Zum Auftakt der Deutschlandtournee in Köln hütete er am Montagabend das Bett.

Gary Barlow (36), Jason Orange (37) und Mark Owen (35) mussten allein auf die Bühne. Für die Fans war dadurch der Showgenuss aber nicht geschmälert. „Ist doch toll, dass die nicht abgesagt haben“, meinte Ivonne (37) aus Hilden. Das Publikum in der Kölnarena war erftkreisig-lokal bis international, es wurden sogar französische Flaggen geschwenkt. Ohne Zweifel: Es lebt, das „Bubengruppentum“, wie man es in Österreich nennt, woher die Jungs gerade kommen.

Ein Konzert zum Geburtstag

Als Take That 1994 das letzte Mal durch Deutschland tourte, zahlte man noch in D-Mark und ein erheblicher Teil der Bevölkerung war der Kelly Family zugetan. Damals lief bei Sabine Faber aus Wetzlar ständig Take That. Heute ist das immer noch so, aber in erster Linie hört ihr siebenjähriger Sohn Lennart zu. Für ihn war der Konzertbesuch in Köln ein Geburtstagsgeschenk. So erfreut Take That bereits die zweite Generation. Leslie (42), deren Mann in der britischen Rheinarmee dient, war ebenfalls mit Kind angerückt. Sie erinnert sich noch gut an die Zeit, als das englische Sorgentelefon nach der Selbstauflösung der Gruppe eine Spezialnummer für traumatisierte Fans einrichtete. „Wir haben damals tagelang geweint“, sagt sie.

Allgemeiner Begeisterungsschrei

Mädchenhaftes Gekreische wie bei den Knabenkonzerten vor gut zehn Jahren gibt es heute nicht mehr, man ist gemeinsam gereift. Mark Owen (35) erzählt, dass sein kleiner Sohn vor zwei Tagen die ersten fünf Schritte getan hat - die Fans lächeln selig, aus Boys werden Dads. Da ist es gerade schön, dass sie - neben ein paar neuen - vor allem die alten Lieder singen, denn dabei erinnert man sich an die Zeit, als alle noch jung waren. Meist reicht ein kurzer erster Ton, und schon ertönt ein allgemeiner Begeisterungsschrei, weil man weiß: Jetzt kommt „Back for Good“ oder „How Deep Is Your Love“ oder „Relight My Fire“ oder „Never Forget“.

Der Mix macht's. Mal Gänsehaut, mal Haarwurzel-Erschütterung. Dazu Tänzer, Feuer, Monumentalkulissen, Lichtspiele und ein für Männer beachtliches Umkleidetempo. Zwischendurch laufen die Fabulous Three auf einer schnell ausgefahrenen Brücke über die Köpfe der Zuschauer hinweg zu einer anderen Bühne und machen von dort weiter. Das textsichere Publikum singt ganze Passagen allein, da fällt es wirklich nicht auf, dass einer fehlt.

Für die ältere Generation

„Howard, werd schnell wieder gesund“, steht auf einem Plakat. Ein anderer wird nicht vermisst, ja er ist geradezu der, dessen Name nicht genannt werden darf. Robbie Williams? „Den mag ich nicht“, sagt Michael (32) aus Köln, der mit drei schwulen Freunden gekommen ist. „Mir geht es auch nicht um die Personen, mir geht es um gute Musik.“ Fazit: Ein schönes Konzert, vor allem für die ältere Generation.

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