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Aus dem Scheitern lernen

BOCHUM Schon vor 30 Jahren wollte die SPD die Kooperative Gesamtschule. Ohne Erfolg.

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Hannelore Kraft beschwichtigte: „Wir fangen keinen Krieg um die Schulen an.“ Die SPD-Landesvorsitzende hatte guten Grund, nicht zu offensiv zu werden. Ihre Partei verlor schon vor dreißig Jahren einen „Schulkrieg“. Aufgerüttelt durch einen hochemotionalen Parteienstreit hatten 1978 3,6 Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen per Volksbegehren gegen die Einführung der Kooperativen Gesamtschule gestimmt.

Das Konzept und die Argumente von damals erstehen nun im Konzept für die Gemeinschaftsschule wieder auf. Man brauche mehr Abiturienten, mehr Hochschulabsolventen, so Kraft: „Nur so können wir im internationalen Wettbewerb bestehen.“ Die wirtschaftliche Notwendigkeit war schon in den 50er Jahren ein SPD-Argument für Bildungsreformen. Auch versprach die Gesamtschule in den Siebzigern, alle Schulabschlüsse im ländlichen Raum aufrecht zu erhalten, trotz sinkender Geburtenzahlen. Beide Motive finden sich heute wieder bei der SPD.

Gesamtschule der kooperativen Variante

Seinerzeit zerstritt sich die SPD, da viele innerparteiliche Befürworter der Integrierten Gesamtschule in der kooperativen Variante nur einen faulen Kompromiss erkannten. Diesen Streit wollte Kraft nun unbedingt verhindern: „Wir sind nicht halbherzig.“ Die Abstimmungsergebnisse geben ihr Recht. Das Volksbegehren 1978, an dem die SPD-Pläne schließlich scheiterten, war von Lehrer- und Elternverbänden initiiert worden. In dem am Samstag verabschiedeten Entwurf bietet die SPD beiden Gruppen ein Mitspracherecht an.

Kraft betonte folgerichtig die Notwendigkeit breiter gesellschaftlicher Bündnisse gleich mehrmals – genau daran war die Reform vor 30 Jahren am Ende gescheitert.

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